Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch für die Sängerin des Amun Re Ta-remetsch-en-Bastet
Ident. Nr.: P 3058/III
ObjID: obj:1616782
Details (expert)
- Involved
- Additional titles
- Collection title: Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch für die Sängerin des Amun Re Ta-remetsch-en-BastetTranslation: Hieratic papyrus with the Book of the Dead for the singer of Amun-Re Ta-remetj-en-Bastet
- Geographical references
- Material / Technique
- Papyrus (Material); beschriftet und bemalt
- Dimensions
- Höhe x Breite: 36,3 x 135,9 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1616782
Object Description
Dies ist ein über vier Meter langer Totenbuch-Papyrus. Er gehört zu
einer Frau namens Ta-remetsch-en-Bastet und datiert in die
Ptolemäerzeit des Alten Ägypten. Die Papyrusrolle wurde bereits 1859 in
Paris für das Berliner Museum angekauft. Das Totenbuch ist eine Sammlung
von Totentexten in Form von Sprüchen und mit Vignetten illustriert. Die
Sprüche sollten der Verstorbenen helfen, ihren Weg in der Unterwelt mit
ihren Dämonen und Göttern zu finden. Das Totenbuch ist ab dem Neuen
Reich (etwa 1500 v. Chr.) bezeugt und seine Tradition setzt sich bis in
die römische Zeit fort. In der kompletten Version hat es über 200
Kapitel. Zumeist konzentriert sich der Text jedoch auf die wichtigsten
Sprüche. Insgesamt beinhaltet dieser Totenbuch-Papyrus mehr als 50
Sprüche (und Vignetten), die in sorgfältig komponierten Kolumnen in
hieratischer Schrift niedergeschrieben sind. In keinem Totenbuch fehlt
das Kapitel 125, das negative Sündenbekenntnis, in dem bestätigt wird,
dass der Verstorbene keine Sünde begangen hat. Die entsprechende farbige
Vignette illustriert das Totengericht. Die Verstorbene wird zur Waage
begleitet. Hier wird ihr Herz (in Form eines Topfes) mit all ihren Taten
gegen die Göttin Maat (mit einer Feder auf dem Kopf) symbolisch
gewogen. Wenn sie gemäß der Maat – der Weltordnung und dem Prinzip der
Gerechtigkeit – gelebt hat, ist sie „wahr an Stimme“ oder gerechtfertigt
und kann in die Unterwelt eintreten. Besteht sie diese Probe nicht,
wird sie der große „Fresser“, ein Monster mit den Elementen eines
Krokodils, Löwen und Nilpferdes, fressen und somit den zweiten Tod
sterben. Osiris sitzt in dieser Szene als der „Herr der Unterwelt“ auf
einem Thron und erwartet die Verstorbene in der „Halle der Vollständigen
Wahrheit“. Die ganze Szene wird von zwei Götterreihen mit je 21 Göttern
überwacht, die als Totenrichter fungieren und auf dem Kopf ebenso die
Maat-Feder tragen. Der Gott Thot (mit einem Ibis-Kopf) protokolliert das
ganze Gerichtsverfahren.
V. Lepper
Last updated: 16.09.2025
Contact
Institution:
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Email:
aemp@smb.spk-berlin.de