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Weiblicher Kopf, efeubekränzt. Studie zum 'Gemälde "Gastmahl des Platon" (1873, Berlin Nationalgalerie)

Ident. Nr.: SZ Feuerbach 28

ObjID: obj:1618913

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Anselm Feuerbach (1829 - 1880),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1871
Provenance
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Dimensions
Blattmaß: 48,3 x 39,8 cm

Object Description

Für die beiden Begleiterinnen des Alkibiades in der zweiten Fassung des Gemäldes »Gastmahl des Platon« (1873, Nationalgalerie, Berlin) diente Feuerbach dasselbe Modell, die Venezianierin Lucia Brunacci. Sie folgte 1866 der Anna Risi (Nanna), seinem ersten berühmten römischen Modell, nachdem diese ihn verlassen hatte. Wenn Feuerbach die herbe klare Schönheit der Lucia Brunacci auch nie im Porträt dargestellt hat, ist sie ihm doch in vielen seiner vollendetsten Zeichnungen großer Köpfe zum Vorbild für eine neue klassische Schönheit geworden, durch deren Geist und innere Größe er nicht zuletzt in seiner Malerei eine verloren gegangene Tradition beleben wollte. Für das Gastmahl zeichnete er sie nicht nur frontal auf unserem Blatt für die linke Begleiterin, sondern auch ihr wundervolles, strenges Profil für die Fackelträgerin, vergleichbar dazu ist noch die Zeichnung ihres Kopfes im Halbprofil (beide München, Staatliche Graphische Sammlung). In vielfachen Wandlungen kehren ihr Antlitz und ihre Gestalt auf seinen Gemälden wieder, als Iphigenie, Medea oder Amazone wird sie zur Trägerin eines allgemeinen weltschmerzlichen Schicksalsgestus. Wie eine Variante unseres Blattes erscheint eine Zeichnung, die das Antlitz der Lucia mit gerunzelten Brauen über einem offenen bösen Blick und mit schlangenumwundenem Haupt als Medusa zeigt (1872, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, Kupferstichkabinett)

Text: Marie Ursula Riemann-Reyher, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 397, Nr. VII.47 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 06.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Jan Gossaert, seinerzeit berühmt und hoch geschätzt, war bei verschiedenen Fürsten als Hofmaler tätig und gilt als der Begründer des neuen romanistischen Stils in den Niederlanden. 1508-09 reiste er in Begleitung Philipps von Burgund, eines humanistisch gelehrten Fürsten, nach Rom, wo er im Auftrag seines Mäzens nach antiken Monumenten zeichnete. Zu einem nicht erhaltenen römischen Skizzenbuch dürfte die Berliner Ansicht des Kolosseums gehört haben. Das sogenannte Kolosseum, ein um 80 n. Chr. errichtetes Amphitheater – bis zum heutigen Tag ein Wahrzeichen Roms −, ist von Westen her gesehen. Der Zeichner stand dicht am Bauwerk, sodass er nur wenige Achsen wiedergab. Der Baubefund, wie er sich in jenen Jahren darstellte, ist mit der feinen, spitzen Feder minuziös erfasst: die einzelnen Mauerringe und ihre Abbrüche, die Säulenordnungen und die aus dem Mauerwerk hervorwachsenden Bäume. Gossaert war wie alle nordischen Künstler vor und nach ihm von dem ruinösen Zustand des antiken Monumentes, das die Zeit überdauert hatte, fasziniert. Doch er sah das Bauwerk mit den am spätgotischen Stil geschulten Augen des Nordländers: Es gelang ihm nicht so recht, seine wahre Monumentalität zu erfassen. Text: Holm Bevers, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 72Jan Gossaert, famous and highly valued already during his lifetime, worked as a court painter for several princes and was considered the founder of the new Roman-influenced style of painting in the Netherlands. In 1508 and 1509, he traveled to Rome in the entourage with the humanistically trained Philip of Burgundy to Rome. There he was commissioned by his patron to draw the ancient monuments. The Berlin view of the Colloseum is most likely from this no longer extant Roman sketchbook. The so-called Colosseum, an amphitheater built in 80 AD that remains a trademark of the city today, is depicted from the West. The draftsman is close to the structure, so that he only presents a few of the axes. The state of the structure in the years of its depiction is captured with the fine, sharp pen meticulously: the individual rings of the wall and the ruined arches, the lines of columns and the trees emerging from the brickwork. Gossaert, like all Northern artists, was interested especially in the ruinous state of the Ancient objects that had lasted through the ages. But he also saw the structure with the eyes of a northerner, schooled in the late Gothic style. He was not quite able to do justice to its true monumentality. Text: Holm Bevers, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 72