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Der aufgesteckte Hut, 2. Zustand (Le Chapeau épinglé, 2e planche)

Ident. Nr.: 402-1911

ObjID: obj:1618925

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Auguste Renoir (1841 - 1919),
Zeichner*in
Ausführung: Auguste Clot (1858-1936),
Drucker*in
Date(s)
Herstellung: 1898
Additional titles
Collection title: Der aufgesteckte Hut, 2. Zustand (Le Chapeau épinglé, 2e planche)
Le chapeau épinglé
Dimensions
Bildmaß: 61 x 49,3 cm
Blattmaß: 80,8 x 59,5 cm
Acquisition
Angebot von E. Arnold, Dresden Geschenk eines Ungenannten

Object Description

Renoir wandelte sich erst in fortgeschrittenerem Alter zum Graphiker, als der wesentlichere Teil seines malerischen Werkes bereits hinter ihm lag und er durch die stärkere Betonung der zeichnerischen Form nach neuen, vom Impressionismus wegführenden Wegen suchte. Vom Ende der 1880er bis in seine letzten Jahre schuf er ein nicht allzu umfangreiches Œuvre von Radierungen und vor allem Lithographien. Zu den Höhepunkten seiner graphischen Produktion gehören die großformatigen, bildhaften Farblithographien der Zeit um 1898, die in enger Zusammenarbeit mit dem bekannten Drucker Auguste Clot entstanden, wie beispielsweise »Le chapeau épinglé«.
Das reizvolle Motiv der zwei mit dem Aufstecken eines Sommerhutes beschäftigten Mädchen existiert als Gemälde, Pastell (beide 1893 dat.), in mehreren Radierungen (ca. 1894) und in zwei für den Verleger Vollard gearbeiteten lithographischen Fassungen (1897/98), von denen die letzte, im Ausdruck gelöstere auch durch die Mehrfarbigkeit die künstlerisch bedeutendere ist. Die häufige Wiederaufnahme desselben Sujets mag in diesem Falle auch mit den dargestellten Personen zusammenhängen. Es handelt sich um Julie Manet (geb. 1878), die Tochter von Edouard Manets jüngerem Brüder Eugene und der Malerin Berthe Morisot, sowie deren ältere Kusine Paulette Gobillard. Sie waren ihm besonders ans Herz gewachsen und saßen ihm öfters Modell. Als Julie 1893 und 1895 beide Eltern verlor, nahmen sich Renoir und seine Frau ihrer an. Sie war selbst künstlerisch begabt, malte und ist bekannt geworden durch ihr in früher Jugend geführtes, später publiziertes Tagebuch.
Von der mehrfarbigen Fassung der Lithographie wurden zwei Editionen in jeweils etwa 100 Exemplaren gedruckt. Unser Exemplar gehört der zweiten Auflage an, bei der bis zu elf Farben verwendet worden sein sollen. Acht davon lassen sich hier nachweisen.

Text: Sigrid Achenbach in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 422f., Kat. VII.74 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 09.10.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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