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Teller mit mythologischer Darstellung

Ident. Nr.: 1938,16

ObjID: obj:1632646

Details (expert)

Creator/Entity
Nicolò da Urbino (ca. 1480 - 1537/38),
Keramiker*in
Date(s)
1519/1520
Material / Technique
Majolika, Emailmalerei
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2,5 x 26,8 cm

Object Description

Wie ein Gemälde wirkt dieser außerordentlich fein und detailreich bemalte Teller. Dargestellt sind vermutlich ein Flussgott und eine Nymphe, deren Sohn die Stadt Mantua gegründet haben soll. Dort lebte Isabella d’Este (1474–1539), die Empfängerin eines umfangreichen Services, zu dem auch dieser Teller gehörte. Ihr Wappen und Tafeln mit persönlichen Sinnbildern hängen im Bild seitlich in den Bäumen.
Der Teller ist ein charakteristisches Beispiel für sogenannte Istoriati-Majoliken, auf denen Geschichten erzählt werden (von ital.: ›storia‹ = Geschichte) – vorwiegend aus der antiken Historie und Mythologie. Vorlagen fanden die Maler im neu entwickelten Medium der Druckgrafik. Nicola da Urbino (nachweisbar 1520–1538), der auch diese Stück geschaffen hat, war der bedeutendste italienische Majolikamaler der Renaissance. SN

Last updated: 04.08.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa