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Deidamia

Ident. Nr.: 1917,39

ObjID: obj:1660643

Details (expert)

Involved
Nicolò da Urbino (ca. 1480 - 1537/38),
Keramiker*in
Dating
um 1525
Material / Technique
Ton, Zinnglasur, farbige Emailmalerei
Dimensions
Durchmesser: 20,9 cm
Höhe: 3,9 cm

Object Description

Deidamia ist eine Gestalt aus der griechischen Sage. Sie war die Tochter des Königs von Skyros und wurde später die Gattin des Kriegshelden Achill, der im Trojanischen Krieg unsterblichen Ruhm erwarb. Die junge Frau ist in strengem Profil wiedergegeben, wie in den frühen Bildnissen der italienischen Renaissance üblich. Ihre Haut wirkt weiß und glatt wie Marmor. Das Brustbild lebt von dem Kontrast der zarten Gesichtszüge und dem martialisch-phantastischen Helm, der die Haarsträhnen seiner Trägerin kaum zu bändigen vermag. Durch die feine Zeichnung und Modellierung der Malerei erhält das Bild Lebendigkeit.
Nicolò Sbraga, genannt Nicolò da Urbino, ist der herausragendste Majolikamaler der italienischen Renaissance. Seine Werke, von denen das Kunstgewerbemuseum mehrere besitzt, bestechen durch die Raffinesse seiner Malerei und die Komplexität seiner Kompositionen. Geschickt wellt sich das Schriftband entlang der unteren Gefäßhälfte und verleiht der Darstellung räumliche Tiefe. Die schlichte Form dieser Schale, die auf die übliche Trennung von Spiegel und Fahne verzichtet, gibt dem Majolikamaler ein fast ebenes „Bildfeld“ vor.
Eine Reihe solcher Schalen mit Frauenköpfen ist erhalten – von der Hand dieses Meisters, aber auch von anderen Malern. Auch hierfür gibt es Beispiele in der reichen Majolikasammlung des Berliner Kunstgewerbemuseums. Sie gelten auch als „Liebesschalen“, bei denen keine mythologischen Gestalten sondern das idealisierte Bildnis junger Frauen und Männer wiedergegeben ist.
Derartige Gefäße waren nicht für den Gebrauch bestimmt sondern waren Schaugefäße. Auf Tischen und Kredenzen aufgestellt, boten die dargestellten Themen auf den Gefäßen nicht nur ein farbenfrohes Bild sondern auch Gesprächsstoff für die Betrachter.
Die Schale des Berliner Kunstgewerbemuseums, die sich im 19. Jahrhundert in französischem Privatbesitz befand, wurde 1917 im Münchner Kunsthandel (Julius Böhler) erworben.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Rote Kasel mit den Wappen des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg (1490-1545)

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Die Kasel im Zuschnitt des 18. Jahrhunderts mit rundem Halsausschnitt und Schlitz ist aus rotem, broschiertem Seidendamast gefertigt und mit nicht zusammengehörigen Besätzen, einem Stab auf der Vorderseite und einem Kreuz auf der Rückseite, geschmückt. Im Zuge der Anpassung an die Form des 18. Jahrhunderts ist die Kasel gekürzt und ringsum mit einer schmalen gelben Seidenborte eingefasst worden. Eine etwas breitere, ähnliche Borte dient als Einfassung von Kreuz und Stab. Zwei unter den Kreuzarmen applizierte runde Wappenschilde weisen die Kasel als eine Stiftung Albrechts von Brandenburg aus. Die Wappen: In einem Kranz aus ineinander geschlungenen Ranken sind rechts die Wappen von Brandenburg (roter Adler), Stettin (roter Greif) und Zollern( Schwarz/Silber geviert) vereint. Die linke Wappenkombination verweist auf die geistlichen Herrschaften des Erzbischofs: Mainz (sechsspeichiges Rad), Magdeburg (Rot/Silber quergeteilt) und Halberstadt (Rot/Silber längsgespalten). Ein Samtbehang im Domschatz von Halberstadt zeigt ebenfalls runde, von Ranken gerahmte Wappen, allerdings steht hier bei den Wappen der geistlichen Herrschaften jenes von Halberstadft an erster Stelle. Dies belegt, dass dieser Behang eine Stiftung Albrechts an Halberstadt war. In Berlin hingegen besetzt das Mainzer Rad die erste Stelle, wodurch die Stiftung für Mainz gesichert ist. Albrecht von Brandenburg war seit 1513 Erzbischof von Magdeburg sowie Administrator des Bistums von Halberstadt und ab 1514 Erzbischof und Kurfürst von Mainz. 1518 erfolgte die Erhebung Albrechts zum Kardinal. Ab diesem Zeitpunkt wurden seine Wappen mit dem Kardinalshut versehen. Dieser fehlt auf unserer Kasel. So dürfen wir annehmen, dass die Stiftung der Kasel zwischen 1514 und 1518 erfolgt. Das Gewebe:Das Muster des prunkvollen Seidengewebes zeigt siebenfach geschweifte Rosetten, darin Granatapfelmotive in einem Blatt- und Blütenkranz. Jede Rosette ist mit Blüten besetzt und wird von einer dreifachen Granatapfelblüte bekrönt. Kielbögen aus abgetreppten Ranken stellen die Verbindung zur darüber angeordneten Rosette her. Zwischen den Kielbögen sitzen Varianten der Granatapfelmotive. Alte Knicke, Brüche und die gestückelte Vorderseite belegen, dass der Damast in Zweitverwendung verarbeitet wurde.Kaselkreuz:Das in der Länge beschnittene Kaselkreuz auf der Rückseite zeigt vor goldfarbenem Grund Christus am Kreuz mit den Trauernden Maria, Johannes Evangelista und darunter Maria Magdalena, die den Kreuzstamm umarmt. Über dem Kruzifixus schwebt in einem Wolkenband segnend Gottvater mit einer Weltkugel, in den Kreuzbalken die Apostel Petrus und Paulus mit ihren Attributen. Der bis nach unten durchgeführte Stamm verbindet die Kreuzigungsszene mit der Darstellung der trauernden Maria Magdalena. Kaselkreuze mit nahezu identischer Ikonographie, doch unterschiedlicher stilistischer und materieller Ausführung sind zahlreich erhalten und bezeugen die weite Verbreitung dieses Typus vom Mittelrhein bis nach Mittel- und Süddeutschland. Kaselstab:Der Stab zeigt in Spiralsonnenrahmen zwei untereinander angeordnete männliche Heilige. Ihre hochrechteckige Form lässt vermuten, dass es sich um ehemalige Besätze eines Chormantels handelt, die durch die Spiralsonnen zur passenden Breite ergänzt wurden. Die Figuren wurden direkt auf den Leinengrund gestickt, ihr schlechter Erhaltungszustand erlaubt keine Zuordnung. Ein schmales rotes Seidenbändchen trennt die Darstellungen. Beide Heilige stehen auf Rasenstücken sowie drei ovalen, grünen Blättern, die die Standfläche hervorheben. Ähnliche goldgerahmte Spitzblätter vor ehemals rotem Fond umgeben den unteren Heiligen, während der obere Heilige von Ranken mit fünfblättrigen Rosenblüten hinter fangen wird.Provenienz:Die Kasel wurde vor 1888 auf Anordnung des Kronprinzen Friedrich III aus der katholischen Kirche zu Weinolsheim, Rheinhessen für das Hohenzollernmuseum in Berlin erworben. Ehemals zugehörig waren: Stola, Manipel, Velum und Bursa. Einzig das Velum ist heute noch erhalten, alle anderen Teile müssen als Kriegsverlust gewertet werden. CWVeröffentlicht in: Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740. Ausstellungskatalog Berlin 2017. Hrsg: Mathis Leibetseder.