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Stülpsarkophag

Ident. Nr.: 4684

ObjID: obj:1706563

Details (expert)

Date(s)
Datierung: um 100
Geographical references
Material / Technique
Travertin
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 59 x 195 x 40 cm
Gewicht: 450 kg
Acquisition
1905 von Ludwig Pollak in Rom erworben und als Schenkung in die Sammlung gelangt..

Object Description

Das kastenförmige Relief war ursprünglich mit seiner Öffnung zum Erdboden hin aufgestellt. Somit diente der Boden als Deckel. Wahrscheinlich war das Stück als Scheinsarkophag über ein Grab gestülpt bzw. einer Wandnische vorgeblendet, weshalb es keine Rückseite benötigte.
Die dekorierte Kastenfront ist durch vier Bäume gegliedert. Ein kahler Stamm begrenzt das linke Bildfeld. Die hier fragmentarisch erhaltene Szene lässt einen feierlichen Moment vermuten, der für den Verstorbenen von Bedeutung gewesen sein wird. Die drei rechten Bäume stehen in vollem Laub. Von links nach rechts ziehen drei Tierherden durch die vier Bildfelder, zunächst sieben Rinder, darunter ein säugendes Kalb. Sie werden von einem Hirt geführt, der sich rastend auf einen Stab stützt. Es folgt eine neunköpfige Schafherde samt Hirt, der seine Provianttasche zu überprüfen scheint sowie einem Hund. Neun Schweine bilden die dritte Herde. Sie wird von einem Hirt angeführt, der auch eine trächtige Sau zu beaufsichtigen hat.
Die Anordnung der Tiere erinnert an ein Tieropfer der Römer, die sogenannte Suovetaurilia.
Diese bukolische Szenerie drückt nicht nur ein heiteres Idyll aus. Einzelne Details wie der kahle Baumstamm oder der Hirt, der seinen Proviant überprüft deuten zudem auf die Vergänglichkeit des Lebens hin.
Zwei Durchbohrungen der Relieffront belegen, dass das Stück als Brunnen wiederverwendet wurde.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)