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Randscherbe eines geschlossenen Gefäßes mit hieratischer Aufschrift

Ident. Nr.: ÄM 37392

ObjID: obj:1716748

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: Randscherbe eines geschlossenen Gefäßes mit hieratischer Aufschrift
Translation: Shard with hieratic inscription
Geographical references
Material / Technique
Ton, gebrannt (Material); beschriftet
Dimensions
Höhe x Breite: 13,7 x 14,8 cm

Object Description

Das Interesse der Ausgräber an Keramik beschränkte sich während der Kampagnen der DOG in den Jahren 1911–1914 weitestgehend auf komplett erhalten Gefäße, auf Scherben der „blau bemalten Keramik“ oder auf hieratisch beschriftete Scherben, wie z.B. auf dieses Randfragment einer größeren Flasche. Die anderen, nach heutigen Maßstäben zum Teil ebenfalls wichtigen Scherben und Gefäßbruchstücke wurden nicht mit dokumentiert.
Die beiden Inschriftzeilen auf dem Gefäß haben seit der Auffindung und der ersten, provisorischen Abschrift im Fundjournal erheblich an Klarheit eingebüßt, so dass die hieratischen Zeichen derzeit nur in kleinen Ausschnitten entziffert werden können, ohne einen zusammenhängenden Text zu ergeben. Im Zuge weiterer keramologischer Untersuchungen und mit besonderen Aufnahmeverfahren soll der Versuch unternommen werden, die Lesbarkeit der beiden Inschriftenzeilen wieder herzustellen, da 1912 nur die folgende Abschrift festgehalten wurde.
Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 400 (Kat.-Nr. 187).

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).