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Großer Vogel auf Säule

Ident. Nr.: VA 08979

ObjID: obj:1744057

Details (expert)

Involved
Max Freiherr von Oppenheim (15.6.1860 - 15.11.1946),
Grabungsleiter*in
Dating
10./9. Jahrhundert vor Christus
Geographical references
Material / Technique
Stein-Basalt
Dimensions
Höhe: 187 cm
Durchmesser: 70 cm
Gewicht: 794 kg

Object Description

Auf der Terrasse vor dem Palast des Fürsten Kapara fanden sich mehrere Bruchstücke einer Vogelskulptur, die auf einem Kapitell thronte. Aufgrund der kreisrunden Vertiefung auf dem Kopf und des Zapfens auf der Unterseite des Kapitells hatten die Ausgräber zunächst angenommen, dass es sich bei dem Raubvogel um eine der Säulen vom Westpalast handeln müsste.

Weitere Fragmente sowie zwei Kapitelle mit Vogelkrallen belegen, dass es mindestens drei derartige Skulpturen gegeben hatte. Die große Ähnlichkeit zwischen diesen Bildwerken und dem westlichen Greifen vom zweiten Durchgang des Westpalastes spricht für eine gemeinsame Werkstatt und damit auch für eine zeitgleiche Datierung. Ohne gesicherten Fundkontext bleibt hingegen die Aufstellung vor dem Hilani hypothetisch. Möglicherweise diente die Vertiefung auf dem Kopf der Aufnahme von Libationen, wie sie für den Sockel einer Königsstatue aus Zincirli angenommen werden kann.

Die ursprünglich noch erhaltene linke Augeneinlage aus Kalkstein ist verloren gegangen. Zwei nachträglich eingepasste Fragmente auf der rechten Brusthälfte und im Nacken lassen noch erkennen, wie sich die Gesteinsfarbe durch den Brand des Tell Halaf-Museums verändert hat. [Nadja Cholidis]

Last updated: 07.07.2026

Contact

Institution:

Vorderasiatisches Museum

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Fassade des Innin-Tempels des Karaindasch (Ausschnitt)

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Im Verlauf der Arbeiten entlang der Ziegelmauer um das Heiligtum Eanna in Uruk stießen die Ausgräber auf einen Mauerwinkel, in dem unvermutet Reste eines kleinen Tempels zutage traten. Der rechteckige Bau mit kleinem Vorhof und größerer Cella hatte die Maße von etwa 22,5 zu 17,5 Metern, besaß stark betonte Gebäudeecken und war an den Außenwänden mit einer Nischenfassade versehen. In unmittelbarer Umgebung fanden sich Reste vieler Formziegel, deren erkennbare Einbindung ins Mauerwerk sie als Zierstücke der Außenwand auswies. Beim Zusammenfügen ergab sich so eine Art nischenartig gegliederte Blendfassade, deren vorspringende Teile mit halbrunden Symbolen und geschlängelten Bändern verziert waren, während in den Nischen Figuren gestanden hatten. Einer der Ziegel gab inschriftliche Auskunft über den Bauherrn. Ein König Kara-indasch hatte den Tempel für die Göttin Inanna von Uruk errichten lassen. Überlieferte Königslisten gestatten die Datierung des Bauwerks um das Jahr 1413 v. Chr. Kara-indasch gehörte zur Dynastie eines „Kassiten“ genannten Bergvolkes, das damals über Babylonien herrschte, aber weitgehend assimiliert wurde und die babylonischen Traditionen aktiv fortführte. Ein Ausdruck dieses Traditionswillens ist letztlich auch der hier beschriebene Tempel, der der schon seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verehrten Göttin geweiht war. Die eine Berglandschaft wiedergebenden gerundeten Symbole an der Wand und auf den Gewändern der Figuren weisen noch auf die Herkunft der Dynastie hin. Die Figuren selbst, durch Hörnerkronen als Götter kenntlich, stehen ganz in mesopotamischer Tradition. Es sind abwechselnd nicht namentlich bekannte weibliche und männliche Götter, deren Hände Wasserflaschen halten, aus denen belebendes Nass in Strömen zur Erde fließt. Der groben Struktur der Ziegel angemessen, erscheint die Darstellung der Götter schematisch und vereinfacht. Das Wesentliche des Ausdrucks einer göttlichen Gewalt ist aber erfasst und erstaunlich gut in den Proportionen mit den Erfordernissen der Fugentrennung in Einklang gebracht. Kappe, Gesicht, Schultern und Arme werden durch die Fugen nicht gestört. Andere Details, wie der Fluss der Haare, sind kaum beeinträchtigt. Bemerkenswert ist die Verbindung des der Flasche entströmenden Wassers beim Übergang von der Halbplastik zur Fläche der Wand. Es wird deutlich, dass der Ausführung eine wohldurchdachte Modellplanung zugrunde lag. Wandverzierungen mit Formziegeln sind seit altbabylonischer Zeit nachweisbar. In figürlicher Gestaltung, wie überhaupt in Verbindung mit der Bauform des Tempels, ist dieses Architekturbeispiel jedoch in Vorderasien bisher der früheste Beleg. [Joachim Marzahn]