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Ikone mit Szenen aus dem Festtagszyklus

Ident. Nr.: 11301

ObjID: obj:1791065

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 18. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Russland
Material / Technique
Temperamalerei auf Holz
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 54 x 43,5 x 3,8 cm (mit Leisten)

Object Description

Auf dieser Ikone ist mit 29 Szenen der orthodoxe Festtagszyklus verbildlicht. Im zentralen Bild steht die Auferstehung Christis, einmal nach westlicher Tradition über dem offenen Grab und darunter nach östlicher Tradition als Höllenfahrt (Anastasis). Umgeben ist diese Darstellung mit elf Szenen aus der Passionsgeschichte. Links oben ist das letzte Abendmahl zu erkennen, in der rechten Ecke das Gebet Christi im Garten Gethsemane und darunter links der Verrat durch Judas und die Gefangenahme Christi. Es folgen die Verhöre durch Pilatus und Kaiphas und Christi Geißelung. In der unteren Reihe werden die Dornenkrönung Christi, die Kreuztragung, Kreuzabnahme und Grablegung Christi gezeigt. Die Kreuzigung selbst ist in etwas größerem Format über der Auferstehung abgebildet. Der Rand, der diese zentralen Darstellungen umgibt, besteht aus 16 weiteren Bildern. In der ersten Reihe werden (von links nach rechts) der Besuch der drei Engel bei Abraham und Sara, die Geburt der Maria, die heilige Dreifaltigkeit, der Tempelgang Mariens und Maria Verkündigung gezeigt. Darunter folgen (abwechselnd links und rechts) die Geburt Christi, die Darstellung Christis im Tempel, Christi Himmelfahrt, die Taufe im Jordan, der Einzug in Jerusalem und die Verklärung auf dem Berge Tabor. In der untersten Reihe schließlich werden die Enthauptung Johannes des Täufers, die Erweckung des Lazarus, die Gottesmutter zwischen zwei Engeln sowie das Fest der Kreuzerhöhung und der Tod Mariens (Koimesis) wiedergegeben.

Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfurt am Main.

(Lilli Keiner, 2020)

Last updated: 21.09.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.