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Vier Szenen aus dem Leben Mariae

Ident. Nr.: 11285 b

ObjID: obj:1792609

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 16./17. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Temperamalerei auf Holz
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 17,1 x 13 x 1,4 cm

Object Description

Diese Ikone war gemeinsam mit 11285 a Teil eines Triptychons. In der viergeteilten Ikone sind wichtige Szenen aus dem Leben Marias abgebildet, die in apokryphen Schriften geschildert werden. Oben links ist die sogenannte „Begegnung vor der goldenen Pforte“ dargestellt. Die Eltern Marias, Anna und Joachim, umarmen sich vor den Toren der Stadt, nachdem ihnen verkündet wurde, dass sie trotz ihres hohen Alters ein Kind bekommen würden. Es folgt die Geburt Mariens, bei der Joachim von einem Turm aus die Szene beobachtet. Mit drei Jahren wurde die kleine Maria, wie im unteren linken Bild erkennbar ist, in einen Tempel gegeben, um dort aufzuwachsen. In der oberen rechten Ecke ist eine Szene eingefügt, in welcher Maria als Tempeljungfrau von einem Engel Nahrung gebracht wird. Im letzten Bild ist ihr Tod, der auch als Koimesis bezeichnet wird, abgebildet. Die Entschlafene wird von den zwölf Aposteln umgeben, während Jesus Christus ihre Seele (als kleine weiße Puppe dargestellt) in Empfang nimmt. An den oberen Seiten stehen zwei Bischöfe, Johannes von Damaskus und Cosmas der Dichter. Vor Marias Bett ist noch eine weitere Szene hinzugefügt worden: Der Erzengel Michael bestraft einen Frevler, der versucht hatte, die Bahre der Toten umzustoßen.

Die Ikone befindet sich als Dauerleihgabe im Ikonenmuseum der Stadt Frankfrurt am Main.

(Lilli Keiner, 2020)

Last updated: 24.09.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

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Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)