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Pilgermuschel mit Beweinung Christi

Ident. Nr.: F 2469

ObjID: obj:1819267

Details (expert)

Date(s)
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technique
Elfenbein, geschnitzt
Dimensions
Objektmaß: 7,7 x 7,6 x 2,4 cm

Object Description

Die Außenseite sowie der Rand des Werkes sind in Gestalt einer Jakobsmuschel geschnitzt, die Innenseite zeigt, eingepasst in die Wölbung der Muschelform, eine Darstellung der Beweinung Christi. Maria sitzt, leicht nach links gewandt, in der Mitte des Bildes, ihre Hände sind vor der Brust zum Gebet gefaltet. Auf ihrem Schoß liegt der tote Christus, die Füße rechts auf den Boden gesetzt. Sein Kopf wird von hinten durch den links sitzenden Johannes Ev. gestützt, der mit seiner Rechten unter Benutzung eines kurzen Stabes die Dornenkrone vom Haupt Christi löst. Rechts erscheint Maria Magdalena mit langem, unverhüllten Haar und einem mörserförmigem Salbgefäß in ihrer Linken, in das sie mit der Rechten einen Stößel einführt. Alle Figuren außer dem toten Christus besitzen einen Nimbus.
Das Werk ist allseits bearbeitet. Das figürliche Relief an der Innenseite ist insbesondere im Bereich der Oberkörper der drei sitzenden Figuren und des toten Christus sehr tief, teils mehr als halbrund, ausgearbeitet. Spuren von Polychromie sind nicht vorhanden, jedoch gibt es Verfärbungen in bestimmten Bereichen der Oberfläche, deren Ursachen bislang nicht analysiert worden sind.
Ein größerer Materialabbruch befindet sich oben rechts und in Fortsetzung am rechten Rand der Muschel. Drei kleinere Fehlstellen entlang des äußeren Randes der Muschelform befinden sich im Bereich zwischen den Füßen Christi und dem linken Schuh der Maria, unterhalb der Gewänder der Maria und des Johannes Ev. sowie links neben dessen Schulter. Besonders exponierte Teile des Reliefs wie die Stelle der Seitenwunde Christi sind stark abgerieben, was auf eine intensive Nutzung des kleinen Andachtsbildes verweist. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa