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Kreuzfuß mit auferstehendem Adam

Ident. Nr.: 1936,1

ObjID: obj:1819348

Details (expert)

Date(s)
3. Drittel 11. Jahrhundert
Dimensions
Objektmaß: 17,4 x 11,8 x 11,9 cm

Object Description

Vier Tatzenfüße tragen den Unterteil des Kreuzfußes in Form eines flach ansteigenden Pyramidenstumpfes. Dessen durchbrochene Seitenflächen gliedern sich in Dreiecke, die sich in der Aufsicht zu einem sternförmigen Muster fügen. Auf diesem Unterbau stehen zwei einander zugewandte Engel, die eine kurze, mit einem kapitellartigen Palmettenknauf endende Säule empor halten, in die das Kreuz eingestellt werden kann. Direkt unter dem Säulenstumpf erscheint die Figur des sich mit betend erhobenen Händen aus einem Sarkophag aufrichtenden Adam.
Nach christlicher Tradition wurde der auf Golgatha bestattete Adam durch das an gleicher Stelle von Christus am Kreuz vergossene Blut getauft und erlangte so die Gnade der Erlösung und Auferstehung. Der Kreuzfuß ist demnach als Sinnbild des Hügels Golgatha zu verstehen, der bereits in frühchristlicher Vorstellung als Mittelpunkt der Welt und Paradiesberg zugleich galt. Die Palmetten am Pyramidenstumpf sind nicht als bloßes Ornament, sondern als Abbreviatur des Paradiesgartens zu verstehen und die den Mäulern der Löwenköpfe an den Ecken entspringenden Ranken können sowohl als Verbildlichung der vier Paradiesflüsse wie der vier Himmelsrichtungen gedeutet werden. Über diesem damit gleichsam den Kosmos symbolisierenden Unterbau erheben Engel jene Triumphsäule, die als Sinnbild des paradiesischen Lebensbaumes, des arbor vitae, das siegreiche Kreuz, die crux victrix, zu tragen bestimmt ist.
Der wohlproportionierte, archaisch strenge tektonische Aufbau ebenso wie die hohe Qualität der weich schwellenden Modellierung der Engelfiguren und die Komplexität des Bildprogramms lassen im Kreuzfuß mit dem auferstehenden Adam eine der bedeutendsten Kleinbronzen des späten 11. Jahrhunderts erkennen. LL

Last updated: 17.08.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa