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Tragaltar mit den Kardinaltugenden aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 12

ObjID: obj:1830353

Details (expert)

Dating
um 1160
Dimensions
Objektmaß: 13,5 x 28,8 x 17,6 cm

Object Description

Zu Seiten des runden Altarsteins, der von einem vergoldeten Kupferrahmen mit einer Palmettenbordüre und den gravierten Symbolen der Evangelisten eingefasst wird, befinden sich an den Schmalseiten der Mensaplatte die namentlich bezeichneten Personifikationen der vier Kardinaltugenden: PRVDENCIA, die Klugheit, mit einer Taube vor einer Scheibe, TEMPERANCIA, die Mäßigkeit, mischt Wasser mit Wein, FORTITVDO, die Tapferkeit, ist mit Schild und Lanze gerüstet, und IVSTICIA, die Gerechtigkeit, eine Waage haltend. Die Darstellungen sind in Vollschmelz, einem sowohl die Figur wie den Hintergrund flächig ausfüllenden Grubenschmelz, ausgeführt. Bei den Beschlägen an den Wandungen sind die Hintergründe dagegen nach Kölner Tradition alternierend mit blauen und grünen Rahmen und Füllungen ausgeschmolzen, während bei den Figuren nur die gravierte Binnenzeichnung emailliert wurde und dazwischen das vergoldete Kupfer erscheint.
Die Vorderseite zeigt eine Darstellung der Deësis, des am jüngsten Tag zu Gericht sitzenden Christus, der von Maria und Johannes dem Täufer flankiert wird. Es folgen die Apostelfürsten Petrus links und Paulus rechts, denen sich das weitere Apostelkollegium anschließt. An der Rückseite des Tragaltars erscheint die thronende Muttergottes in der byzantinischen Bildform der Glykophilusa; Maria und Jesus schmiegen die Köpfe aneinander und der Christusknabe umfasst die Schulter der Mutter. Links und rechts folgen Darstellungen der durch Namensbeischriften bezeichneten Evangelisten LVCAS, MATEVS, IOHANES und MARCVS. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Terrine in Form eines Kohlkopfs

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"Die in Gelb, Manganviolett und Grün bemalte Fayenceterrine lässt erst auf den zweiten Blick erkennen, dass sie als solche wirklich verwendbar ist: Sie besteht aus zwei Teilen, einem Korpus und einem Deckel. In größtmöglichem Naturalismus wurde ein Weißkohlkopf nachgebildet. Die einzelnen Blätter und Adern sind plastisch geformt. Den Deckelknauf bildet eine Frucht, wohl eine Eichel. Terrinen in Kohlkopfform oder auch als Wildschweinköpfe gestaltet, Pastetendosen in Form von Rebhühnern, Fasanen oder Kaninchen und Butterdosen in Melonenform finden sich auf den gedeckten Tafeln der Barock- und Rokokozeit in großer Vielfalt. Immer sind sie detailreich modelliert und täuschend echt bemalt. Da das exklusive Porzellan im 18. Jahrhundert noch den fürstlichen Auftraggebern vorbehalten war, stellte Fayence eine beliebte Alternative für weitere Kreise der Aristokratie und des betuchten Bürgertums dar.In ganz Europa orientierte man sich bei der gedeckten Tafel am französischen Vorbild, dem 'service à la française'. In Versailles sah das höfische Zeremoniell seit Ludwig XIV. eine Trennung zwischen der Tafel der Hauptgerichte aus symmetrisch angeordneten Terrinen und Platten und der figürlich gestalteten Desserttafel vor. Zum 'premier service' gehörten Ragouts, Pasteten und die 'Pot à oille', ein Eintopf aus in der Brühe gegartem Fleisch und Gemüse. Auch die Kohlkopfterrinen fanden hier ihre Aufstellung. Zugleich spiegelt sich in den illusionistisch gestalteten, tierförmigen Gefäßen die aufs Mittelalter zurückgehende Tradition der Schaugerichte wider.Die 1763 gegründete schlesische Fayencemanufaktur in Proskau nahm sich in der Anfangszeit Modelle der Straßburger Fayencemanufaktur zum Vorbild, zu deren charakteristischen Produkten auch Kohlkopfterrinen zählten." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 139)Marke: P (Unterseite, in Mangan aufgemalt)ClKa

Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."