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Medaillon mit Darstellung der Operatio vom ehemaligen Retabel des hl. Remaklus im Kloster Stablo

Ident. Nr.: W-1978,56

ObjID: obj:1830358

Miteigentum der Bundesrepublik Deutschland

Details (expert)

Date(s)
um 1150
Material / Technique
Grubenschmelz auf Kupfer, vergoldet
Dimensions
Objektmaß: Durchmesser 14,6 cm

Object Description

Das Medaillon mit der künstlerisch herausragenden Darstellung der OPERATIO stammt von einer der größten und bedeutendsten maasländischen Metallarbeiten des 12. Jahrhunderts, dem Retabel vom Remaklusaltar in der benediktinischen Reichsabtei Stablo (Stavelot, Belgien). Dieses war 1148 oder bald darauf vom einflussreichen Abt Wibald (Abbatiat 1130–1158) vielleicht bei einem in den Quellen Aurifaber G. genannten Goldschmied in Auftrag gegebenen worden.
Die einstige Gestalt des vermutlich nach einem Kirchenbrand 1701 eingeschmolzenen Altaraufsatzes überliefert eine Zeichnung von 1666. Demnach maß das Retabel etwa 3,11 x 2,78 m. In seinem Zentrum befand sich eine Nische, in die der Reliquienschrein des hl. Remaklus, des Begründers der Abtei, so eingestellt wurde, dass seine Schmalseite sichtbar blieb. Am Giebel der Schreinnische befanden sich zu Seiten der Taube des Heiligen Geistes das Medaillon mit der OPERATIO sowie ein Pendant mit der Darstellung der FIDES BABTISMVS (Glaube und Taufe), das als einziges weiteres figürliches Fragment vom Remaklusretabel erhalten geblieben ist (Frankfurt/Main, Museum für Angewandte Kunst).
Im theologisch überaus komplexen Bildprogramm von Schrein und Retabel betonen FIDES BABTISMVS mit der Fünte und OPERATIO mit dem Salbgefäß die Sakramente der Taufe und Salbung für das Heil jedes Gläubigen. Die OPERATIO ist in diesem Kontext nicht – wie früher vorgeschlagen – als Personifikation der „guten Werke“ zu verstehen, sondern sie steht für die Wirkkraft des Heiligen Geistes und zugleich für die „gottebenbildliche Schaffenskraft der menschlichen Seele“ (Wittekind). LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Der achtkantige Zeremonialstab besteht aus einer Handhabe, zwei Schaftstücken und einer Bekrönung in der gerippten Form eines Streitkolbens mit acht Schlagblättern. Zwischen diesen Teilen befinden sich vier facettierte Knäufe. Schmale Zierreifen aus vergoldetem Silber verdecken die Stöße der einzelnen Jaspisteile. Dem Schaft sind zwei silbervergoldete Manschetten angelegt, um Bruchstellen im Stein zu sichern. Während eine Eichel den oberen Abschluss des Stabes bildet, ist am unteren Ende der Handhabe das Monogramm Karls des Großen (* 748, Reg. 768–814) eingraviert, das dem Werk seinen ehrwürdigen Namen eingebracht hat. Ein Achatstab im Kunsthistorischen Museum Wien ist dem Berliner Exemplar sehr eng verwandt, er zeigt jedoch keine Montierungen. Zeichnungen aus der Zeit um 1573 und gegen 1753 sowie stilkritische und materialanalytische Untersuchungen haben den Nachweis erbracht, dass die Silberfassungen am Berliner Stab das Resultat von drei verschiedenen Bearbeitungsphasen sind. Erst mit der zweiten – im Zeitraum zwischen den beiden Zeichnungen erfolgten – Veränderung der Montierung erhielt er durch das Karlsmonogramm auf der erneuerten Kalotte der Handhabe sein Signum als angebliches Zepter Karls des Großen.Die früheste Erwähnung als Zepter Karls findet sich in den um 1600 entstanden Werdener Klosterannalen: „Karls Zepter, aus Jaspis gefertigt dessen sich die Äbte bei den fürstlichen Amtshandlungen und bei den Belehnungen der Großen bedienen. Dabei wird es bei der Eidesleistung zur größeren Bekräftigung des Treueversprechens mit der Hand berührt.“ Eine Zeichnung im Lehensbuch des Abtes Heinrich Duden (Abbatiat 1573–1601) zeigt am unteren Abschluss der Handhabe abweichend vom heutigen Zustand eine segmentierte Kalotte ohne Karlsmonogramm, die man als Werk des 16. Jahrhunderts ansprechen möchte. Es ist zweifelhaft, ob diese älteste Silbermontierung des Werkes auch seine ursprüngliche war oder ob sie womöglich selbst schon das Resultat einer ersten Umarbeitung des zunächst ohne eine zierende Metallfassung geschaffenen – dem Wiener Stab dann einst tatsächlich zwillingshaft ähnlichen – Werkes darstellt.Heinrich Duden beschreibt in einer wohl im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts entstandenen „Nota de usu sceptorum“ den Gebrauch des „sceptrum maius ex iaspide factum“, das dem Abt bei Prozessionen vom Marschall voran getragen und bei Belehnungen von Personen hohen Standes benutzt wurde. Vielleicht spiegelt sich in der sprachlichen Wandlung von dieser rein deskriptiven Bezeichnung des Werkes hin zur historisierenden Benennung als „Caroli sceptrum“ in den nur wenige Jahrzehnte jüngeren Klosterannalen eine Übertragung der auf dem angeblichen Gründungsprivileg beruhenden Werdener Karlstradition auf das Lehenszepter aus Jaspis, die schließlich zur Anbringung jener so nachdrücklich um Legitimationsstiftung bemühten Gravur des Karlsmonogramms geführt hat.In seiner Funktion als Lehenszepter, als Insignum weltlicher Macht, kann der Zeremonialstab den reichsunmittelbaren Werdener Fürstäbten nur vom Kaiser selbst verliehen worden sein. Die Hypothese in ihm ein Geschenk des kaiserlichen Lehensherren an die Abtei Werden anlässlich der Abtswahlen der Jahre 1520 oder 1540 zu sehen, erscheint nicht abwegig. Vielleicht war eine solche Insignienverleihung der Anlass für die Anbringung einer ersten Silbermontierung an dem älteren Jaspisstab. LL

Pokal mit Genien und Schraubfuß

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