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Rauchfass aus Bronze

Ident. Nr.: 1881,696 a,b

ObjID: obj:1830377

Details (expert)

Dating
Ende 12. Jahrhundert
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 15,1 x 10,1 cm (Breite mit Ösen: 12 cm)

Object Description

Das Rauchfass zählt zu einer Gruppe von 13 bekannten Werken gleichen Typs (Westermann-Angerhausen 2014, Typ II k), die nach einem im Lütticher Musée Curtius befindlichen Exemplar als „Lütticher Folge“ bezeichnet wird. Ihre Entstehung im Maasgebiet darf auf Grund von stilistischen Eigenheiten, insbesondere in der Gestaltung des fleischigen Palmettenornaments, als gesichert gelten. Allerdings stammen die meisten erhaltenen Rauchfässer dieses Typs aus Kirchen in Skandinavien, ein Beleg für den weiträumigen Export derartiger Bronzegusswerke im hohen Mittelalter. Auch das Exemplar im Berliner Kunstgewerbemuseum war weitab seines Herstellungsortes beheimatet, es stammt aus der Kirche von Cröchern in Sachsen-Anhalt (Landkreis Börde), wohin es bereits im 12. Jahrhundert gelangt sein könnte.
Der Brauch, bei der katholischen Messe und bei anderen liturgischen Handlungen den Altar, das Altargerät, die Opfergaben sowie den Priester und die Gemeinde mit Weihrauch einzuräuchern, zu inzensieren (lat. incendo, anzünden), steht in der langen Tradition jüdischer und antiker Rauchopfer. Nach anfänglicher Ablehnung als heidnisch fand die Inzensation im 5. Jahrhundert Eingang in den christlichen Kultus. Im 9. Jahrhundert war sie allgemein üblich, wie eine Bestimmung der Generalsynode von Rouen im Jahr 878 erkennen lässt, der zufolge jeder Priester über ein Rauchfass und Räucherwerk verfügen sollte.
Für die Funktion von Rauchfässern sind drei oder vier an der Feuerschale befestigte Ketten zum Tragen und Schwingen sowie eine mit der Oberschale verbundene Zugkette zum Anheben des Deckels erforderlich; am Exemplar aus Cröchern sind die Ketten leider nicht mehr erhalten. LL

Last updated: 17.03.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."

Les Iris ("Toutes les âmes sont prêtes...")

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