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Tunikafragment

Ident. Nr.: 9205

ObjID: obj:1838383

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 500-799
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Wirkerei aus Wolle
Dimensions
Höhe: 31 cm
Breite: 29,5 cm
Objektmaß: 31 x 29,5 cm

Object Description

Ein großes Gemmenkreuz, gepaart mit heidnischen Motiven ziert die Vorderseite der fragmentarisch erhaltenen Tunika. Von einem breiten, den Halsschlitz säumenden Zierstreifen, auf dem unter anderem Tänzer aus dem Gefolge des Gottes Dionysos zu sehen sind, hängt es mittig an einem Strang aus groben Ösen herab, so dass es wie eine echte Kette beim Tragen auf Brusthöhe lag. Imitationen von teilweise gefassten und von weißen Perlen umgebenen Edelsteinen besetzen die geschweiften Kreuzarme ; über und unter den Armen sind weitere kleinere Kreuze zu erkennen. Als Vorbild dienten Kreuzanhänger aus Edelmetallen mit Juwelen, Edelsteinen oder Perlen auf den Armen, die ab dem 5. Jahrhundert im gesamten oströmischen Reich vorkommen.

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)