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Walmdachkasten mit Wappenmalerei aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 34

ObjID: obj:1839316

Details (expert)

Date(s)
um 1340
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 26,1 x 34,6 x 20,1 cm (mit Beschlägen)

Object Description

In dem Kasten mit Wappenmalerei, dessen Deckel die Form eines abgeplatteten Walmdaches mit konkav gezogenen Seiten hat, befindet sich eine Schädelreliquie der hl. Barbara. Sie war noch im Jahre 1482 in einem Kopf- oder Büstenreliquiar geborgen, das seither verschollen ist. Für diesen Kasten sind damals andere Reliquien verzeichnet [...]. Sicher ist der Kasten nicht als Reliquiar angefertigt, sondern erst nachträglich dafür verwendet worden. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Behältnis zur Aufbewahrung von Urkunden oder anderen Schriftstücken, um eine sog. Brieflade, wie sie aus dem Mittelalter in verschiedener Form und Ausstattung erhalten sind.
Die Wappen: am Deckel, Vorderseite Brandenburg und Lüneburg, Rückseite Kärnten und Schlesien, rechte Schmalseite Braunschweig, linke Schmalseite Österreich; am Kasten, Vorderseite links beginnend Beichlingen, Lindow, Lindow-Ruppin, Waldeck (?), Rückseite links beginnend Bruchhausen, Meißen, Sternberg, Plesse, rechte Schmalseite Woldenberg und Hoya, linke Schmalseite Bild stark beschädigt und verwischt.
Dietrich Kötzsche

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa