Logo

Chrysanthemen

Ident. Nr.: 2009-139

ObjID: obj:1851817

Details (expert)

Involved
Suzuki Kiitsu 鈴木其一 (1796 - 1858),
Maler*in
Dating
Edo (Tokugawa)-Zeit
1. Hälfte 19. Jh.
Geographical references
Japan,
Land
Material / Technique
Tondo, Farben auf Holz, Moriage-Technik
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 0,9 x 40,8 cm
Gewicht: < 2 kg

Object Description

Ähnlich wie Ogata Kōrin (1658–1716) und dessen Bruder Kenzan (1663–1743), die aus einem Haushalt von Textilproduzenten stammten, Sakai Hōitsu (1761–1828) und vielen anderen Meister der Rinpa-Tradition war Suzuki Kiitsu nicht nur als Maler sondern gelegentlich auch als Designer tätig und schuf Vorlagen für unterschiedlichste Objekte. Die ungewöhnliche Form dieses hölzernen Panels mag durch Entwürfe für Teller, Textilmuster oder andere runde Objekte inspiriert sein, da das Tondo-Format in der Malerei Ostasiens kaum genutzt wurde und wohl erst unter europäischem Einfluss bescheidene Verbreitung erfuhr. Denkbar ist allerdings auch, dass es sich um ein architektonisches Element handelt. So nutzte etwa Itō Jakuchū (1716–1800) das runde Format für Fächer von Kasettendecken in den Tempeln Gichūji und im Jahre 1800 für den Sekihōji (heute im Tempel Shingyōji) in Kyoto. Auch der plastisch-pastose Auftrag der mit einem organischen Leim gebunden Farbpigmente findet in der Malerei sonst nur gelegentlich auf Stellschirmen und Schiebetüren Anwendung. Die Kombination von außergewöhnlicher Technik und seltenem Format belegt eindrücklich die Experimentierfreude Kiitsus.

Last updated: 17.02.2026

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

Additional items from the collections

Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]