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Fliese mit Adlerwappen

Ident. Nr.: 1875,163

ObjID: obj:1855052

Details (expert)

Dating
zwischen 1438 und 1493
Dimensions
Objektmaß: 21,2 x 21,2 x 3,7 cm

Object Description

In der Mitte der quadratisch gerahmten Fliese befindet sich ein Rundschild, das einen nach links blickenden Adler zeigt. Er trägt einen Brustschild mit aufgelegtem Balken. Der Hauptschild wird von einem Knappen mit Barett gehalten, wobei der Schild fast den ganzen Körper verbirgt: Nur Kopf, Hals und Schulteransatz sowie das Schuhwerk sind sichtbar. Zu beiden Seiten des Schildes gehen je zwei Blüten, die aus sechs Punkten gebildet werden, an dünnen Stängeln ab. In den vier Ecken der Rahmenleiste befinden sich mit Maßwerkornament gefüllte Viertelkreise. Das Maßwerk besteht aus zwei genasten Fischblasenhälften und einem darüber in dem Zwickel stehenden, angeschnittenen Dreiblatt.
Aus Kempten, vom Grundstück Rathausplatz 20.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR