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Viertelrondfliese mit steigendem Löwen

Ident. Nr.: 1884,1752

ObjID: obj:1855073

Details (expert)

Date(s)
um 1276
Dimensions
Objektmaß: 15,8 x 15,7 x 3,7 cm

Object Description

Das Viertelkreissegment wird durch eine Doppellinie gebildet. Im Zentrum des Rundes ein von drei Linien gerahmter Kreis (hier als Viertelsegment) mit einer diagonal gestellten Lilie, in deren Verlängerung wächst auf dem Mittelkreis eine kleine Lilie empor. Innerer und äußerer Kreis sind durch Radialstege verbunden, die das Rund in Viertel teilen, wodurch bei dieser Fliese zwei Kanten abgegrenzt werden. In dem Viertelrondfeld ist ein steigender Löwe nach rechts, eine Vordertatze dabei erhoben und das Maul geöffnet. Sein Schweif spaltet sich in drei Strähnen: zwei kurze enden in Kleeblattquasten, die längere bildet eine Kammquaste nach einer Verdickung. Eine stilisierte Lilie im Bogenfeld vorn oben, in der Nähe der Tatze des Löwen.
Diagonal dem Zentralkreis gegenüber (im Bogenzwickel der Fliese) noch ein gleichgestaltiges aus drei Linien gebildetes Kreissegment mit Lilie.
Aus dem Benediktinerkloster Weingarten (um 1276) oder aus dem Rathaus zu Ravensburg (um 1318).

Last updated: 18.09.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa