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Halsschmuck aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,44

ObjID: obj:1871190

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 11. Jahrhundert
um 1887
Dimensions
Länge: 64,5 cm (lineare Gesamtlänge)
Gewicht: 76,2 g
Acquisition
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben.

Object Description

Die Untersuchung der einzelnen Elemente, der Emails, Gemmen und Kameen, der Edelstein- und Emailfassungen, der Ketten und des Mittelkleinodes hat eine mittelalterliche Entstehung des Halsschmucks als Ganzes in Frage gestellt. Das Schmuckstück erweist sich als Kombination aus vorwiegend neuzeitlichen mit wiederverwendeten antiken und einigen wenigenmittelalterlichen Elementen.
Der Schmuck besteht aus zwei Ringketten, die oben in größeren runden Ösen enden und unten in einem reich geschmückten, schildförmigen Einhänger (Mittelkleinod) mit einer großen römischen Kamee darin zusammengeführt sind. Die Ketten werden auf beiden Seiten viermal im Abstand von jeweils 3,5 cm durch zwei Emailmedaillons im Wechsel mit zwei Steinen unterbrochen. Diese Email- und Steinfassungen weisen vier kreuzförmig verteilte Ösen auf. Sie verbinden in vertikaler Richtung die Abschnitte der beiden Längsketten. In der Gegenrichtung gehen nach rechts und links jeweils zwei kurze Ketten ab, die wiederum 3,5 cm lang sind und in rund oder oval gefassten Steinen, zum Teil antiken Steinschnitten, enden.Drei weitere kurze Ketten mit etwas größeren Fassungen am Ende sind mit Ösen an der unteren Hälfte des schildförmigen Kleinods
in der Mitte angelötet. Insgesamt gibt es 27 Fassungen, die ehemals mit 23 Steinen und vier Emails gefüllt waren, dazu das Mittelkleinod. Sieben der Steinfassungen sind heute leer. Viele Steine wurden, wie auch das Mittelkleinod, durch den Brand im Jahre 1945 verfärbt.Fünf Steine sind mitsamt ihrer Fassungen verloren. Bei der Restaurierung des Schmucks 1967 setzte man an deren Stelle glatte Blechfassungen ein, die leicht als
modern erkennbar sein sollten. Zwei weitere Fassungen sind nur leer erhalten.
Vor uns haben wir antike geschnittene und nachträglich beschnittene Steine, ein Mittelkleinod, dessen jüngere Teile sich in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts datieren lassen, sowie vier Emails aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, die an dieser Stelle wiederverwendet wurden. Als Ganzes handelt es sich um eine neuzeitliche Halskette mit Pendilien, in die antike und mittelalterliche Bestandteile integriert wurden. Die schriftlichen Quellen der Jahre 1886/87 schweigen weitgehend. Es lässt sich jedoch erschließen, dass der Halsschmuck nur sehr kurze Zeit nach dem Brustbehang (Inv. Nr.O-1061,45) auftauchte und wie deiser durch den Baron Maximilian Von Heyl erworben wurde. Anders als beim Brustbehang, für den möglicherweise schon existierende Erbsketten benutzt wurden, kamen beim Halsschmuck Kettenteile unterschiedlichen Typs und unbekannter Herkunft zum Einsatz. In Anlehnung an den Brustschmuck wurde unter Verwendung antiker und mittelalterlicher Elemente eigens ein mittelalterlich anmutendes Schmuckgehänge geschaffen.
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 201-207 Nr. 18)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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