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Kleine Reliquienpyxis aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,654

ObjID: obj:1872311

Details (expert)

Date(s)
10. Jahrhundert (?)
Material / Technique
Knochen; Kupfer, vergoldet
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 5,1 x 3,5 cm

Object Description

Reliquien werden aller Wahrscheinlichkeit nach [...] in dem kleinen büchsenförmigen Behältnis [...] aus Knochenschnitzerei geborgen gewesen sein, deren Deckel sich nicht erhalten hat. Ihr Schmuck besteht aus zwei übereinander angeordneten Reihen von Kreisen, dazwischen kleine, übereck stehende Quadrate mit Einlagen aus vergoldetem Kupfer, während die Zwickel oben und unten flach reliefierte, stilisierte Blätter füllen.
Über die Herkunft und über die ursprüngliche Bestimmung dieser Büchse ist nichts bekannt, auch ihre Entstehungszeit ist bislang nicht näher geklärt. Auflagen und Einlagen aus anderen Materialien, wofür insbesondere Gold und farbige Glaspasten verwendet wurden, findet man wiederholt an spätkarolingischen, westfränkischen Elfenbeinarbeiten. Es scheint zumindest möglich, daß auch die kleine Pyxis im Dionysius-Schatz in nicht allzu großer Entfernung von diesen entstanden ist, obwohl sie sich in Material, in Form und Schmuck vergleichsweise sehr viel bescheidener ausnimmt. DK

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa