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Vortragekreuz aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,636

ObjID: obj:1872317

Details (expert)

Date(s)
15. Jahrhundert
Dimensions
Objektmaß: 37,2 x 32,4 x 2,6 cm (Höhe mit Dorn 47,5 cm)

Object Description

Von sehr einfacher, anspruchsloser Form und in der Ausstattung ohne größeren Aufwand an Kunstfertigkeit und Zierat sind die untereinander weitgehend übereinstimmenden Vortragekreuze aus dem 15. Jahrhundert [Inv. Nr. 1888,636 und 1888,637]. Sie bestehen aus einem Holzkern, der an allen Seiten mit dünnem, glattem Silberblech beschlagen ist; die Vorderseiten säumen vergoldete, profilierte Leisten, die Kanten kleine Blattfriese. Die kleeblattförmigen Balkenenden schmücken kreisrunde, ebenfalls vergoldete Fassungen, in die kleine Plättchen mit Darstellungen der Symbole der Evangelisten in transluzidem Tiefschnittschmelz eingelassen sind. Die Emails sind an [diesem] Kreuz mit dünnen Hornplättchen überdeckt, am anderen mit Glas. Derartige Kreuze wurden in Prozessionen oder beim feierlichen Einzug in die Kirche vorangetragen. DK

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa