Logo

Landschaft mit Pavillon

Ident. Nr.: 2009-159

ObjID: obj:1877667

Credit: Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (expert)

Creator/Entity
Soga Shōhaku 曽我蕭白 (1730 - 1781),
Maler*in
Date(s)
Edo (Tokugawa)-Zeit
2. Hälfte 18. Jh.
Systematics/Type
Geographical references
Japan,
Land
Dimensions
Bildmaß: 102,3 x 35,5 cm

Object Description

Nach Möglichkeit mied der als exzentrisch und stolz geltende Shōhaku jegliche Verbindung zu offiziellen Malschulen seiner Zeit, da diese seiner Meinung nach alle zu trivial und gefällig waren. Stattdessen orientierte er sich mit Vorliebe an längst in Vergessenheit geratenen Stilrichtungen und schuf sich einen imaginären Stammbaum, der ihn als Nachfolger in der 10. Generation des Mönchmalers Soga Jasoku (tätig im 15. Jahrhundert) aufführte. Diese Herkunft bekräftigte er auch in seinen Soga lautenden Signaturen.
Diese Ideallandschaft mit chinesisch inspirierten Gebäuden ist ein gutes Beispiel für Shōhakus Bemühen um die Wiederbelebung der Tuschemalerei des 15. Jahrhunderts. Während der streng gestaffelte Bildaufbau sich eng an orthodoxe Tuschelandschaften der Muromachi-Zeit (14.–16. Jahrhundert) anlehnt, ist Shōhakus Handschrift in den rauen, bewusst ins Manierierte übersteigerten Umrisslinien der Felspartien im Vordergrund unverkennbar.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

Additional items from the collections

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.