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Landschaft

Ident. Nr.: 2009-169

ObjID: obj:1878104

Details (expert)

Involved
Masashige/Seimo 正茂 (tätig spätes 15. Jahrhundert),
Maler*in
Dating
Muromachi-Zeit
frühes 16. Jh.
Geographical references
Japan,
Land
Dimensions
Bildmaß: 78,2 x 32,3 cm

Object Description

Ein schwer beladener Diener läuft auf einem schmalen Pfad von links ins Bild hinein. Sein Ziel ist das auf Pfählen gebaute Haus zwischen Felsmassiven am Ufer eines Sees. Die weit geöffneten Schiebetüren dieses Anwesens geben den Blick auf in Gespräch und Kontemplation der Landschaft vertiefte Gelehrte frei. Zwei einsame Boote auf den Wasserflächen sind die einzigen weiteren Anzeichen menschlicher Existenz in der alles überragenden Natur. Über den strohgedeckten Dächern erheben sich knorrige Kiefern mit ausladenden Ästen und führen den Blick weiter hinauf zu den majestätischen Gipfeln im Hintergrund.
Die komplexe, die rechte untere Bildecke betonende Komposition mit der klaren Aufteilung des Raumes in parallel hintereinander geschichteten Vorder-, Mittel- und Hintergrund und die hohen Hintergrundberge lassen den Einfluss des am Tempel Shōkokuji in Kyoto tätigen Maler-Mönchs Shūbun (tätig 1. Hälfte 15. Jahrhundert), die markanten Umrisslinien und die streng geometrischen Formen der mit Axthiebstrichen definierten Felsen den des Sesshū (1420–1506) deutlich spüren. Von dem Maler dieses Bildes ist hingegen sehr wenig bekannt. Wahrscheinlich war er im Auftrag buddhistischer Klöster und der Militäraristokratie in der Kantō-Ebene um die Stadt Kamakura tätig.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]