Logo

Kranichschar

Ident. Nr.: 2009-188 b

ObjID: obj:1887221

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (expert)

Creator/Entity
Sangetsudō 山月堂 (18. Jahrhundert),
Maler*in
Date(s)
Edo (Tokugawa)-Zeit
18. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Japan,
Land
Dimensions
Objektmaß: 167 x 365 cm

Object Description

Seit jeher wurden in Ostasien Kraniche aufgrund ihres eleganten, noblen Aussehens als heilig verehrt und in der bildenden Kunst thematisiert. Traditionellerweise werden sie als Reittiere Unsterblicher, in Kombination mit Schildkröten oder zusammen mit immergrünen Kiefern und edlen Pflaumenblüten abgebildet. Sie verkörpern Ideale wie Beständigkeit und Unsterblichkeit.
Mit dem Aufkommen der dekorativen, großformatigen Malerei auf Stellschirmen und Schiebetüren in der Momoyama-Zeit (1542–1600) etablierte sich die Darstellung einer Vogelscharen auf prächtigem Goldgrund ohne weitere Hintergrundelemente als selbständiges, Glück verheißendes Bildthema. Kraniche wurden aber bis ins 18. Jahrhundert zunächst relativ selten dargestellt. Hier sind sie in verschiedenen lebhaften Posen abgebildet – im Flug, mit weit ausgestreckten Flügeln oder gravitätisch einherschreitend – gleichsam als ob sie zusammengekommen wären, um einen Freudentanz aufzuführen. Auf diesem Stellschirmpaar sind zwei Kranicharten vertreten. Die tanchōzuru sind an ihrem roten Schopf, dem weißen Gefieder mit schwarzen Backen-, Hals- und Schwanzfedern zu erkennen, während die manazuru graue Flügelfedern, rotumrandete Augen und rotbraune Beine aufweisen. Das Zusammenkommen der beiden unterschiedlichen Kranicharten mag eine Verbindung zweier Familien andeuten und auf eine Entstehung des Schirmes als Hintergrund für Hochzeits- oder andere Familienfeierlichkeiten zurück zu führen sein.
Die Stellschirme tragen die Signatur von Sangetsudō, einem Maler der wohl im Umfeld der in Kyoto tätigen Tsuruzawa-Schule zu verorten ist. Seine genauen Lebensumstände sind ungewiss, aber sehr wahrscheinlich war er ein Mitschüler des Ishida Yūtei (1721–1786) im Studio des Tsuruzawa Tangei (1688–1769). Vergleichbare Stellschirmpaare aus dem Atelier des Yūtei befinden sich in den Sammlungen von Mary Griggs-Burke und Dr. John C. Weber in New York. Yūtei vor allem als Lehrer des einflussreichen Malers Maruyama Ōkyo bekannt.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

Additional items from the collections

Die Legende vom Prinzen Vishvantara

Die Legende vom Prinzen Vishvantara

Diese 10 m lange Bildfolge erzählt in 86 fortlaufenden Szenen das Vessantara Jataka, die Geschichte des Prinzen Vishvantara, dessen Leben durch seine Großherzigkeit, vor allem grenzenlose Freigebigkeit, bestimmt wurde. Der begleitende Verstext ist in der nepalesischen Sprache Newari geschrieben. Obwohl die bemalte Bildrolle erst im 19. Jh. geschaffen wurde, setzt sie eine sehr alte und weit verbreitete buddhistische Tradition fort.Das Vessantara JatakaDas Vessantara Jataka, die Geschichte des Prinzen Vishvantara, ist im Theravada Buddhismus eine der bekanntesten Geschichten über frühere Leben buddhistischer Persönlichkeiten, in diesem Fall von Buddha Shakyamuni. Die Geschichte handelt vom Leben und von den Taten eines barmherzigen Prinzen und wird in vielen Ländern Südostasiens wie Thailand, Laos, Myanmar, Sri Lanka und Kambodscha jährlich bei Festen aufgeführt und gefeiert. Die Geschichte des Prinzen VishvantaraVishvantara wird in die Waldeinsamkeit geschickt, wohin ihn seine Familie begleitet. Nachdem er bereits einen Elefanten, ein Pferd und einen Wagen weggegeben hat, fordert ein alter Brahmane den Prinzen auf, auch seine Frau und Kinder wegzugeben. Der Prinz überläßt sie ihm. Schließlich hat er alle Prüfungen bestanden und wird im Tushita-Himmel wiedergeboren. Denn Vishvantara wird als letzte irdische Existenz des künftigen Buddha betrachtet. Die Geschichte vom Prinzen, der alles hergibt was er besitzt, zeigt die Tugend vollendeter Grosszügigkeit. SM8HF