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Albarello mit Inschrift und gotischer Aufschrift

Ident. Nr.: 1885,628

ObjID: obj:1887617

Details (expert)

Date(s)
um 1510
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 22,3 cm

Object Description

"Hohes Gefäß mit stark eingezogener Wandung, bemalt mit hellblauen Spiralranken 'alla porcellana', die in Blüten enden. Auf der einen Seite ein Schriftband mit der gotischen Aufschrift 'Dia iris'. Die Enden des Bandes sind eingerollt und mit Braun, Gelb und ein wenig Grün staffiert. Auf der Schulter ein Kranz von stilisierten, radial angeordneten blauen Blütenblättern. Das Innere ist bleiglasiert.
Nach der Aufschrift enthielt der Albarello ein zusammengesetztes Präparat aus der Wurzel der Iris. - Die leichten blauen Ranken sind eine Erfindung der chinesischen Porzellanmaler der Ming-Zeit. Sie wurden von Töpfern des Nahen Ostens übernommen und gelangten, vor allem durch den Orienthandel Venedigs, kurz vor 1500 nach Italien. Neben Venedig hat auch Cafaggiolo sie in ähnlichen Formen wie Faenza verwendet. Der Albarello ist, wie auch die schöne, sehr feinnarbige, dicke und glänzende Glasur erweist, anscheinend in Faenza entstanden."
in: Tjark Hausmann: Majolika. Spanische und italienische Majolika vom 14. bis zum 18. Jahrhundert (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums Berlin VI), Berlin 1972, Kat. Nr. 119

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa