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Kleiner Albarello mit Ranken "alla porcellana"

Ident. Nr.: F 1369 b

ObjID: obj:1887648

Details (expert)

Date(s)
um 1520
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 12,4 cm

Object Description

"Kleines, niedriges Gefäß aus hart gebranntem gelbem Ton, mit Blaumalerei auf wolkig weißgrauer Glasur. Auf der Wandung wachsen zwischen breiten Querbändern kurze Ranken 'alla porcellana'; Schulter und Ablauf sind mit enggereihten Schrägstrichen bedeckt. Die hellgraue innere Glasur ist oben an der Lippe völlig abgerieben. Auf der Unterseite des Bodens ein Ritzzeichen.
Der Typus des kleinen Albarello mit blauem Dekor wurde um 1500 oder vielleicht noch ein wenig früher in den Apotheken eingeführt und seitdem lange Zeit in kaum veränderter Gestaltung verwendet. Die mit mannigfaltigen Abwandlungen gemalten, schlichten, blauen Ranken folgen dem Vorbild persischer und syrischer Pflanzenarabesken. Meist umläuft den Körper auch noch ein Schriftband mit dem Namen der Arznei in gotischen Buchstaben. Derselbe Gefäßtyp wurde, nach dem Beispiel Faenzas, auch in den Niederlanden hergestellt und mit dem gleichen Dekor - einfache Ranken, gotisches Schriftband und Kreuzmuster - bemalt."
in: Tjark Hausmann: Majolika. Spanische und italienische Majolika vom 14. bis zum 18. Jahrhundert (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums Berlin VI), Berlin 1972, Kat. Nr. 118

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa