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Deckel bzw. Servierteller aus einem sog. Wöchnerinnen-Geschirr

Ident. Nr.: F 2672

ObjID: obj:1887649

Details (expert)

Involved
Ausführung: Werkstatt der Familie Patanazzi (1543-1683),
Hersteller*in
Dating
Ausführung: um 1580
Geographical references
Material / Technique
Dimensions
Länge x Breite x Höhe: 17,1 x 13,4 x 2,4 cm

Object Description

Flacher, ovaler Deckel bzw. Servierteller ("tagliere") mit erhöhtem Rand, den ein plastisches, blau getöntes Perlstab-Ornament ziert. Auf der Oberfläche des Deckels ist eine Familienszene in einem Innenraum dargestellt, der auf wohlsituierte Bewohner schließen lässt: Vor einer Stoffdraperie sitzt eine Frau auf einem Faltstuhl, neben ihrem Ehemann. Rechts im Bild läuft ein Junge mit einem Stab in der Hand umher. Links im Hintergrund ein kleinerer Junge in einem Laufgitter, dahinter drei Pfeilerarkaden. Der Boden zeigt Terrakottafliesen. In der Farbpalette dominieren Gelb- und Beigetönen; dazu kommen Grün, Blau, ein wenig Weiß und Schwarz. Die Innenseite des Deckels zeigt einen orangebraunen, geflügelten Putto, der mit einem Buch in den Händen vor einem gelben und leuchtend orangefarbenen Hintergrund auf einer Wolke steht. // Wöchnerinnen-Geschirre bestanden aus insgesamt fünf Teilen: einer Fußschale ("scodella") mit Deckel oder auch Servierteller ("tagliere"), einer kleineren Fußschale ("ongaresca") und einem Salzgefäß mit Deckel. Sämtliche Teile ließen sich stapeln. Solche Geschirre wurden zur Geburt eines Kindes als Geschenk der Wöchnerin überreicht. Anhand von Vergleichsbeispielen in anderen Sammlungen lässt sich die Form der verlorengegangenen Schale rekonstruieren: Es dürfte eine tiefe, napfartige Schale mit abgesetztem Fuß gewesen sein, auf dem sich das plastische Perlstab-Motiv des Oberteils wiederholte. Das Innere der Schale zeigte vermutlich ebenfalls eine häusliche Szene, die zur Bestimmung passte.  // Lit.: Tjark Hausmann: Majolika. Berlin 1972 (Bestandskatalog Kunstgewerbemuseum), Kat. Nr. 222; Jacqueline Marie Musacchio: The Art and Ritual of Childbirth in Renaissance Italy, New Haven, London, S. 107, Nr. 95 // ClKa

Last updated: 18.03.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Bildnisbüste der Kronprinzessin Luise von Preußen

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Die Bildnisbüste der preußischen Kronprinzessin Luise (1776-1810) geht auf einen Entwurf von Johann Gottfried Schadow aus dem Jahr 1795 zurück. Vermutlich im Zuge der Vorbereitung für seine „Prinzessinnengruppe“ (Doppelstandbild der Schwestern Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz, vgl. KGM Inv. Nr. 1909,113 und 1998,13) entstanden zwei Bildnisbüsten in Terrakotta, jeweils von Luise und von Friederike, die mit dem Doppelstandbild übereinstimmen. Vorausgegangen war im Herbst 1794 eine von Staatsminister Friedrich Anton von Heinitz (1725–1802) vermittelte Porträtsitzung, bei der Schadow Bildnisstudien von den beiden Prinzessinnen angefertigt hatte. Die Terrakottabüste von Friederike ist noch in der Alten Nationalgalerie SMB erhalten, diejenige von Luise gehört zu den Kriegsverlusten. D.Heim vermutet, dass Schadow von vornherein, vor der Porträtsitzung im Herbst 1794, ein Doppelstandbild der Prinzessinnen geplant hatte und die beiden Bildnisbüsten nur Mittel zum Zweck gewesen sind. Dafür spricht die zur Seite geneigte Kopfhaltung von Prinzessin Friederike, die sich in der Tat nur im Zusammenhang mit der Gesamtkomposition des schwesterlichen Doppelstandbildes vollständig erschließt. Es gibt Gipsabgüsse der Büste von 1795 (Akademie der Künste), von denen Schadow selbst bis 1798 50 Stück verkaufte, und aus terrakottafarben gefasstem Papiermaché (SPSG). 1798 entwarf Schadow noch eine weitere Variante der Luisenbüste, diesmal, statt in antikisierender Kleidung im zeitgenössischen Kostüm (Gipsbüste in der Alten Nationalgalerie).Die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) reproduzierte Schadows Luisenbüste von 1795 in Biskuitporzellan, 1798 in verkleinerter Version und 1802/03 in Originalgröße. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts erfreuten sich die Luise-Büsten aus Porzellan großer Beliebtheit. Im Modellbuch der KPM findet sich unter Nr. 2291 „Büste der Königin Luise von Preußen / Friederike von Hannover“. Diese Modellnummer ist eingeritzt auf einer der beiden Ausformungen im KGM (O-1971,267). Solche Ritznummern finden sich bei der KPM erst ab den 1840er Jahren. Die Art der Zeptermarke auf der Büste O-1971,267 verweist auf eine Entstehung nach 1870; das zusätzliche Zeichen („IH“ und Punktzeichen) könnte ein Jahres- und Monatszeichen, aber auch ein Bossiererzeichen sein. Diese Uneindeutigkeit spricht für eine Ausformung vor 1901, denn ab diesem Jahr sind die Jahres- und Monatszeichen eindeutiger (frdl. Auskünfte KPM-Manufaktur, C.Tetzlaff, Februar 2022). Den gleichen Entstehungszeitraum für die Ausformung, zwischen 1870 und 1901, darf man auch bei der Büste Hz 646 vermuten. // Lit.: Georg Lenz: Johann Gottfried Schadow und die Berliner Porzellanmanufaktur, in: Kunst und Kunsthandwerk XXII (1919), S. 65ff.; Katalog „Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914“, Skulpturengalerie SMPK 1990, S. 254, Kat. Nr. 211; Bernhard Maaz: Bestandskat. Skulpturen XIX. Jh., Alte Nationalgalerie, 2006, Bd. 2, Kat. Nr. 1005, 1020; Katalog „Luise. Die Kleider der Königin“, SPSG 2010, S. 202, Kat. Nr. 41; Dorothee Heim: Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2016, S. 529; Yvette Deseyve (Hg.), Sintje Guericke: J.G.Schadow, Ausst.-Kat. Berlin (Alte Nationalgalerie) 2022, Abb. S. 51, Kat. Nr. 30 // Claudia Kanowski

Rote Kasel mit den Wappen des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg (1490-1545)

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