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Zwei von einem Ast herabhängende Affen greifen nach dem Spiegelbild des Monds im Wasser

Ident. Nr.: 1976-68

ObjID: obj:1891122

Details (expert)

Involved
Dating
Meiji-Zeit?
Geographical references
Japan,
Land
Material / Technique
Hängerolle, Tusche auf Papier
Dimensions
Bildmaß: 91,2 x 26,7 cm
Objektmaß: 174,5 x 44,1 cm (Montierung)

Object Description

Affen, die nach einer Reflektion des Mondes im Wasser greifen und dabei dessen Bild zerstören, sind im Zen-Buddhismus ein gängiges Gleichnis für fehlgeleitetes menschliches Streben nach Erkenntnis, welches an der Erscheinung der Dinge haften bleibt. In der japanischen Malerei erfreut sich das Sujet spätestens seit dem 16. Jahrhundert steter Beliebtheit. Im Anschluss an chinesische Vorbilder formulierte der Maler-Mönch Sesson (1504 – ca. 1585) mit langarmigen Affen, wohl einer Art Gibbon, im monochromen Tuscheidiom die maßgebliche Bildform der auch Kano Eitoku Tatsunobu folgt. Die Umgebung ist mit einem kargen, aber kraftvoll hingesetzten Kiefernast sowie einer einzigen Wellenlinie, welche die Wasserfläche in der sich der Mond spiegelt charakterisiert, reduziert aber effektvoll geschildert.
Der Maler stammt aus einer Familie, die vornehmlich für die Shogune aus dem Hause Tokugawa sowie für die Militäraristokratie tätig war und mag das Bild für einen Auftraggeber aus dieser Schicht geschaffen haben. Nach dem Zusammenbruch der feudalen Gesellschaftsordnung um das Jahr 1868 erhielt er einen Posten am Kaiserlichen Museum (heute Nationalmuseum) in Tokyo.

Last updated: 09.06.2026

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]