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Willkomm-Pokal der Nürnberger Schumacherzunft

Ident. Nr.: O-1969,115

ObjID: obj:1891515

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Nicolaus Horchaimer ( - 7.2.1583),
Zinngießer*in
Date(s)
um 1565
Material / Technique
Zinn, gegossen und graviert, Bronze, Messing
Dimensions
Höhe: 70,5 cm (mit Deckel)

Object Description

Zinngefäße wie Willkomm-Pokale, Schleif- und Schenkkannen sowie Becher besaßen im Rahmen der zünftigen Traditionen genau festgelegte Funktionen. Bei Gesellen- oder Meisterwerdungen, bei Rechtsakten und bei den regelmäßigen Zusammenkünften der Zunft fanden sie ebenso Verwendung wie bei der Willkommen-Heißung von Gästen. Als genossenschaftliches Eigentum waren sie zugleich Ausdruck des sozialen Ranges der jeweiligen Zunft. Aufbewahrt und bei zünftigen Anlässen ausgestellt wurden der Willkomm und das übrige Zunftzinn in Zunftladen, die auch die Gestalt repräsentativer Buffets annehmen konnten (Kat. Nr. 26).
Der aus Koblenz stammende Zinngießer Nicolaus Horchhaimer († 1583), der 1561 in Nürnberg das Meister- und Bürgerrecht erhielt, fertigte den ungewöhnlich großen Willkomm im Auftrag der Nürnberger Schuhmacherzunft. Diese soll ihn der Überlieferung nach ihrem berühmten Altmeister Hans Sachs 1569 zum 75. Geburtstag geschenkt haben. Aus diesem Grund ist das Gefäß auch unter dem Namen „Hans-Sachs-Pokal“ bekannt geworden. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa