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Mohrenknabe

Ident. Nr.: 841

ObjID: obj:1891745

Details (expert)

Date(s)
Datierung: 2. Hälfte 16. Jahrhundert
Datierung engl.: 2nd half of the 16th century
Abweichende Datierung: 2. Hälfte 16. Jh.
Additional titles
Collection title: Mohrenknabe
dunkelhäutiger Knabe
Material / Technique
Ebenholz
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10,3 x 3,8 x 3,2 cm (mit Sockel 13,9 cm)
Acquisition
1835 Kunstkammer (Überweisung)

Object Description

Diese Schnitzerei zeigt einen Jungen aus Afrika, vermutlich einen Sklaven. Er ist völlig nackt dargestellt, bedeckt seine Genitalien mit einem kleinen Tuch und schaut verschmitzt lächelnd in die Ferne. Charakteristisch für diese Statue ist ihr Material: Ebenholz, ein fein gemasertes teures Holz, das aus Afrika und Südostasien stammt und das Europäer wegen seines dunklen, oft schwarzen Tons schätzten.
Hier verstärken sich die Eigenschaften des Holzes und der »Exotismus« des Dargestellten gegenseitig. Wie viele Stücke, die in der Kunstkammer ausgestellt werden sollten, ruft es beim Betrachter ein Wechselspiel zwischen Entzücken und Neugier hervor. Aber die Figur zeigt auch, wie einfach es für reiche und angesehene Europäer war, Afrikaner als Objekte visuellen Vergnügens anzusehen. (Christine Seidel 2017)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)