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Innerer Sarg des Pestjenfi, Priester des Amun in Karnak (Deckel)

Ident. Nr.: ÄM 52/01

ObjID: obj:1898711

Details (expert)

Dating
26. Dynastie
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 51,5 x 177 cm

Object Description

Während des Neuen Reichs hatte sich in Ägypten der Kult des Gottes Amun vor allem in Theben etabliert und eine einflussreiche Priesterschaft hervorgebracht. Seit vielen Generationen gehörte auch die Familie des Pa-es-tenfi zu dieser thebanischen Oberschicht. Nicht nur das üppig ausgestattete Grab, auch der innere seiner drei Särge lässt mit seiner außergewöhnlichen Qualität und seinem Reichtum an Dekoration und Farbigkeit keinen Zweifel am gesellschaftlichen Stellenwert des Besitzers aufkommen.
Das Gesicht besticht vor allem durch die auffallenden Augen. Die Einlagen aus zweifarbigem Glas verleihen den Gesichtszügen große Lebendigkeit. Typisch ist dagegen der Bezug auf den Gott der Unterwelt Osiris, der nicht nur durch die mumienförmige Gestalt des Holzsargs, sondern auch durch den Götterbart zur Geltung kommt. Einen weiteren Akzent setzt der farbenfrohe Blütenkragen, der sich über die Brust sowie die Schultern erstreckt.
Der Umriss des Sargdeckels ist anthropomorph gestaltet und wird durch zwei geflügelte Gottheiten auf dem Scheitel und im Fußbereich eingerahmt. Die Göttinnen Nut und Isis sichern nicht nur symbolisch, sondern auch in Form von Beischriften ihren Schutz und Opfergaben dem Verstorbenen zu. In dem von ihnen eingefassten Bereich des Sargs sind vier Register zu sehen: Auf die Horussöhne, die als Schutzgötter der Kanopen und Toten galten, folgen je zwei Erscheinungsformen des für die Mumifizierung zuständigen schakalsköpfigen Gottes Anubis und des Sonnengottes Re. Das folgende Register wird durch den Erdgott Geb, den falkenköpfigen Horus und den mumiengestaltigen Ptah ausgefüllt. Die Komposita im untersten Abschnitt des Sargs aus Udjat-Augen, Neb-Zeichen und Scheintüren stellen eine weitere Schutzformel dar. Auch der Sockel des Sargdeckels wurde mit Schutzsymbolen eingefasst, die sogenannten Anch-Zeichen stehen sinnbildlich für das Weiterleben im Jenseits.
Innen ist der Sargdeckelvollständig mit Sprüchen aus dem Totenbuch überzogen, die dem Verstorbenen als Jenseitsführer dienen sollten. In ihren Formulierungen weichen einzelne Sprüche jedoch vom standardisierten Text ab. Da Pa-es-tenfi in den Inschriften seiner Särge als „Künstler am Tempel des Amun“ bezeichnet wird, lässt sich eine individuelle Vorgabe an die Handwerker vermuten.
(Olivia Kühne)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)