Logo

Anthropomorpher Sarg des Chnum-sa-na-pah-su, Rindervorsteher des Min-Tempels - Typ "Yellow Coffin/Gelber Sarg"

Ident. Nr.: ÄM 8505

ObjID: obj:1898755

Details (expert)

Creator/Entity
Émile Brugsch (24.2.1842 - 14.1.1930)
Date(s)
21. Dynastie
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material), grundiert, bemalt
Dimensions
Länge x Breite x Tiefe: 186 x 52 x 64 cm (lt. Inv.)

Object Description

Aus den ausgedehnten Nekropolen von Achmim stammte der anthropomorphe Sarg des Chnum-sa-na-pah-su, der als Rindervorsteher im Min-Tempel tätig war. Er kam zusammen mit der darin befindlichen Mumie nach Berlin.
Der beige grundierte, bunt bemalte Einzelsarg des Chnum-sa-na-pah-su ist anthropoid gestaltet, mit plastisch ausgeformten, über der Brust gekreuzten Armen. Die Ausmodellierung der über dem Halskragen liegenden Arme und Hände ist ein wichtiges Merkmal, das die eindeutige Zuweisung des Sarges in die 21. Dynastie ermöglicht. Zudem zeigen die Dekoration des Deckels ebenfalls zeittypische Motive, wie zum Beispiel der geflügelte Skarabäus über den gekreuzten Armen und die kniende Göttin Nut mit ausgestreckten Flügeln unterhalb des breiten Halskragens. Von einer mittigen, vertikalen Inschriftenzeile führen an den beiden Seiten jeweils fünf Bildfelder ab. In den oberen Bildfeldern sind das Trankopfer durch den falkenköpfigen Gott Harendotes in Begleitung des anbetenden Verstorbenen an Osiris, Isis und Nephthys dargestellt, gefolgt von zwei Anbetungsszenen des Chnum-sa-na-pah-su vor Osiris, Isis und Nephthys. Die darunter befindliche Variante zeigt zweimal Osiris in Gestalt des Abydos-Fetischs, der in Begleitung von Isis und Nephthys Trankopfer von dem falkenköpfigen Harsiese und dem schakalköpfigen Anubis empfängt. Den Abschluss der Dekorationen des Deckels bilden die Darstellungen der Horussöhne, des Osiris am Opfertisch und der auf den Gold-Hieroglyphen hockenden Göttinnen Isis und Nephthys im Klagen-Gestus am Fußbereich.
Darüber hinaus ist die Sargwanne des Chnum-sa-na-pah-su vollständig in mehreren Szenen ausdekoriert. Am Scheitelbereich sieht man die stehende Göttin Maat mit ausgetreckten Flügeln. Unter ihren Flügeln beschützt jeweils ein liegender Schakal den Grabeingang an den beiden Seiten. Diese zentrale Darstellung wird wiederum von der den Djed-Pfeiler beschützenden Maat flankiert. Die weiteren Bildfelder der Wanne sind mit Opfer- und Anbetungsszenen vor Osiris, Isis und Nephthys sowie Totenbuchvignetten dekoriert, wie zum Beispiel die Darstellung des Totengerichts auf der rechten Wannenseite.
(I. Liao nach Brech, R., Spätägyptische Särge aus Achmim. Eine typologische und chronologische Studie, Gladbeck 2008, S. 27ff., 49. )

Last updated: 16.09.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje