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Ident. Nr.: 1930,63

ObjID: obj:1905159

Details (expert)

Date(s)
1384
Material / Technique
Wurzelholz; Fassung Kupfer, vergoldet
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 16 x 19 cm

Object Description

Runde Schale auf kupfervergoldetem Fuß mit Rautenrelief. Der Mündungszone ist ein Reif mit gravierten Dreiecken und Herzblättern umgelegt. Gefäße dieses Typs, auch "Kopf" genannt, waren meist mit einem gleichgeformten Deckel versehen, so daß beide, das Ober- wie das Unterteil als Trinkgefäß oder als Deckel verwendet werden konnten. Sie waren aus Buchs-, Birn-, Ahorn- oder Fichtenholz, wurden auf der Drehbank geformt und fast immer mit Montierungen aus Edelmetall oder vergoldetem Kupfer versehen. Aus zahlreiche Quellen geht hervor, daß den Doppelbechern im Zusammenhang mit der Sitte des Minnetrunkes auf bestimmte Heilige Bedeutung zukam. Anlaß gab der Antritt von Reisen oder der Beginn anderer wichtiger Unternehmungen. Wurzelholz, so glaubte man, teile den Getränken einen besonders guten Geschmack mit und zöge das Gift aus ihnen heraus. F.D.

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa