Logo

Ident. Nr.: I. 3567

ObjID: obj:1910845

Details (expert)

Date(s)
12. Jahrhundert
Datierung engl.: 12th century
Geographical references
Iran,
Land
Dimensions
Höhe: 34,5 cm
Durchmesser: 17 cm
Gewicht: 1258 g

Object Description

Getriebene Kanne aus einer Kupferlegierung mit graviertem/ziseliertem und ehemals tauschiertem Dekor. Die Kanne mit ausladendem Fuß hat einen zylindrischen Hals mit hochstehendem Schnabel und einen dünnen Henkel. Auf der leicht gerundeten Schulter sitzen acht plastisch gearbeitete Entenfiguren. Der Hals ist auf beiden Seiten des Ausgusses mit einer Löwenfigur zwischen zwei Vögeln verziert. Die Köpfe dieser Tiere sind ebenfalls plastisch gearbeitet. Diese Reliefmotive wurden durch ein aufwendiges Verfahren gearbeitet, bei dem das Blech von Vorder- und Rückseite mit Punzen modelliert wird. Der gravierte Dekor des Körpers ist stark abgerieben. Zwischen verflochtenen Medaillons sind figürliche Darstellungen mit Musikanten, Tänzerinnen und Jagdszenen erkennbar. Diese sind ursprünglich mit Silber tauschiert gewesen. Gegenüber dem Henkel ist eine runde Fehlstelle mit einem unverzierten Blech gelötet worden.
Bei der Dekortechnik des Tauschierens werden dünne Metalldrähte, z.B. aus Silber, Kupfer oder auch Gold, in vorgegebenen Mustern in das zu verzierende Objekt eingehämmert.

Last updated: 04.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Frei geblasenes Kelchglas aus grünem Glas mit Applikationen und gezwicktem Dekor. Das halbkugelförmige doppelwandige Kelchglas steht auf einer kleinen, leicht welligen Fußplatte. Darüber folgt ein kurzer Schaft, der dann in die doppelwandige Schale übergeht. Zwischen beiden Teilen befindet sich ein Hohlraum von ca. 0,5 cm.In der unteren Hälfte der Schale sind Fäden aufgelegt, die in regelmäßigen Abständen gezwickt wurden, sodass ein Fries aneinander gereihter Ovale entstand (so genanntes Brillenmuster, "spectacle pattern"). Dabei wurde der obere Faden dünner und der untere viel dicker aufgelegt, wodurch ein zweifarbiger Eindruck erweckt wird (blaugrün und grün). Das Ende des Fadens ist noch einmal ganz dünn in der Mitte der Ovale um etwa die Hälfte des Gefäßes gezogen. Die kleine Standplatte des Fußes ist durch konzentrisch aufgelegte Fäden in derselben Glasfarbe verziert: zwischen zwei dickeren Fäden befinden sich drei sehr dünne.Obwohl der Dekor offenbar besonders bei kelchartigen Gläsern mit Fuß beliebt war, findet sich dieselbe Technik auch auf anderen Gefäßformen wie langhalsigen Flaschen. Er wurde aus der römischen Glastradition übernommen und scheint vor allem in Ägypten im 8. bis 9. Jahrhundert wiederbelebt worden zu sein. Doppelwandige Gefäße wurden in der Antike als Kühlgefäße benutzt. Vermutlich wurde das zur Kugel geblasene Glas durch Ansaugen der Luft der Glaspfeife zu einer doppelwandigen Schale geformt. Das Gefäß hat keine Heftnarbe oder andere technische Bearbeitungsspuren.