Logo

Le Coup de Vent (Der Windstoß)

Ident. Nr.: 170-1897

ObjID: obj:1920482

Details (expert)

Date(s)
Herstellung: 1894
Additional titles
Collection title: Le Coup de Vent (Der Windstoß)
La Paresse
Provenance
Siegfried Bing (1838-1905),
1897
Dimensions
Plattenrand: 17,9 x 22,4 cm
Blattmaß: 22,3 x 26,4 cm

Object Description

Das Holzschnittwerk Vallottons markiert aufgrund seiner momenthaften, teils häuslich intimen, teils skurrilen, teils städtisch-sozialen Thematik und der perspektivisch gewagten, hart ausgeschnittenen, elegant-dekorativen Konstruktion der Bildfläche einen Höhepunkt der graphischen Künste des 19. Jahrhunderts. Im vorliegenden Druck versucht der Künstler, eine durch die Straßen von Paris fegende Windböe fassbar zu machen. Dazu legt er große, linear eingewölkte weiße Flächen frei, die lawinenartig einbrechende Luft- und Staubwirbel assoziieren. Diese haben schon etliche Gegenstände eingehüllt und lösen gerade den Rückenkontur eines Mädchens auf, das sich an den Rock seiner Mutter klammert. Der Witz des Blattes kulminiert in der Gestalt eines kleinen, kräftig gebauten Hundes: Sie bleibt – wenn auch durch weiße Linien in schwarze „Scheiben“ zerlegt – in Gänze sichtbar und scheint so lakonisch wie schwerelos durch den entmaterialisierten Bildraum zu paddeln.

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 64.

Last updated: 06.08.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Ansicht der Stadt Olevano (Provinz Rom, Italien) mit dem Regenbogen

Ansicht der Stadt Olevano (Provinz Rom, Italien) mit dem Regenbogen

Nahezu während der ganzen Dauer seines jahrzehntelangen Lebens in Rom beschäftigte sich Joseph Anton Koch mit dem Thema Olevano, nachdem er schon 1804 zum künstlerischen Entdecker dieser malerischen Bergstadt geworden war. [...] Fast am Ende einer langen Entwicklung stellt er mit dem vorliegenden Blatt das malerische Sujet in überhöhter, komponierter Übersichtlichkeit dar. Aus vorausgegangenen Naturstudien vom gleichen Standort, von der Casa Baldi aus aufgenommen, die den deutschen Künstlern häufig als Unterkunft diente, gelingt dem Künstler eine Summe seiner Eindrücke. Mit den Mitteln der Vordergrundgruppen, der seitlichen Bäume, des übergreifenden Regenbogens, schließlich der Wolkenbildungen wird Bildmäßigkeit und Wirkung erzielt. Ein kleinerer Entwurf (Kupferstichkabinett, ID-Nr. SZ Koch 19) wird mit unserem Blatt zu Klarheit und Räumlichkeit geführt, wozu die meisterhaft eingesetzten Wirkungen von Licht und Schatten viel beitragen, so daß eine vollendete Zeichnung klassischer Landschaftsauffassung entstand. Für Kochs, aus souveräner Kenntnis urteilenden Biographen, Otto v. Lutterotti, ist sie »...in Komposition und Auffassung, Format und Durchführung wohl der schönste Hymnus, den Koch auf sein geliebtes, hochgebautes Bergnest angestimmt hat. Das Städtchen mit der verfallenen Burg der Colonna ist organisch wie ein Kristall dem Felsen entwachsen, im Vordergrund die ländliche Szene am Brunnen, das Ganze zusammengefaßt vom Regenbogen.«Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 360., Nr. VII.5 (mit weiterer Literatur)