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Kette bestehend aus Scheibenperlen und größeren tonnenförmigen Perlen

Ident. Nr.: ÄM 2912/01

ObjID: obj:1940027

Details (expert)

Involved
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Dating
Früh- bis mittelnapatanisch
Geographical references
Dimensions
Länge x Durchmesser: 56 x 1,3 cm

Object Description

Stromab vom 4. Katarakt, in räumlicher Nähe zum Gebel Barkal und der königlichen Residenz von Napata, hat der englische Archäologe Francis Llewellyn Griffith im Rahmen der „Oxford Excavations in Nubia“ zwischen1912 und 1913 einen Friedhof mit mehr als 1600 Gräbern freigelegt. Es handelt sich dabei um den Platzeiner Bestattungsgemeinschaft, der das Spektrum einer privilegierten Stadt der früh- bis mittelnapatanischen Periode, einem Zeitraum zwischen 725 und 425 v. Chr., umfasst. Unter den über 5500 Beigaben dominieren Objekte, die dem Körperschmuck und zugleich dem Schutz des Körpers zugerechnet werden können. Dazu zählen auch Ketten, die modern aufgefädelt sind. Diese fanden sich in rechteckigen Ziegelgräbern, dem häufigsten Typ des Friedhofes, zusammen mit Individuen, die auf dem Rücken lagen. Diese Position ist für gut drei Viertel der Verstorbenen verzeichnet.
Die Kette stammt aus Grab 662, in dem womöglich ein Mann und eine Frau beigesetzt worden waren. Diese Annahme ist allerdings kritisch zu betrachten, da die Geschlechtsbestimmung lediglich anhand der Größe der Skelette vorgenommen wurde. Die Perlen lagen im Bauchbereich der Frau (?) und sind heute auf zwei separaten Schnüren aufgezogen. Der größte Teil besteht aus dünnen Scheibenperlen aus Straußeneischale sowie fünf Tonnenperlen. Eine von diesen lässt sich als gemaserter Karneol erkennen neben einer weiteren aus grünlicher Fayence mit Darstellungen der Gottheiten Sachmet und Nefertem. Bei beiden Individuen sind in deren unmittelbarer Nähe sowohl die löwenköpfige Göttin Sachmet als auch ihr göttlicher Sohn Nefertem nachgewiesen. Es handelt sich um eine Besonderheit dieses Grabes, in dem offensichtlich beide Schutzgottheiten von den Grabinhabern verehrt wurden. Drei Tonnenperlen bestehen aus einem braun-schwarzen Stein mit weißen Einschlüssen, bei dem eine sichere Bestimmung noch aussteht. In dem Grab fanden sich neben zahlreichen Amuletten und weiterem Schmuck Objekte, die einen Hinweis auf ein Elitegrab geben. Dazu zählen ein Spiegel, Metall- und Keramikgefäße, ein Fayencegefäß mit floralem Dekor neben kleinen Steingefäßen. Diese sogenannten Alabastra mit einer Höhe von 8,5 bis etwas mehr als 11 cm sind vor allem aus ägyptischem Kalzit-Alabaster (Travertin) und aus einem anderen Hartgestein gefertigt. Sowohl die Perlen aus dem gesprenkelten Stein als auch die Gefäße bezeugen Personen, die Zugriff auf königliche Ressourcen hatten. Diese stehen in enger Verbindung zu dem ca. 1 km nordöstlich des Friedhofs gelegenen sogenannten Schatzhaus, in dem bereits Griffith in einem der Räume 15 Elefantenstoßzähne fand. Durch die aktuellen Grabungen unter Leitung von Irene Vincentelli (Rom) wurden weitere Lagerräume freigelegt, in denen Rohmaterialien aus verschiedenen Regionen nachgewiesen sind. Neben den bereits genannten Stoßzähnen aus Afrika oder dem Travertin aus Ägypten sind dort ebenfalls Brocken von Lapislazuli verbürgt, der aus dem heutigen Afghanistan stammt. Offensichtlich wurden die Beigaben für die Ausstattung der Gräber des Friedhofs vor Ort produziert, deren Materialien stammen jedoch teils aus weit entfernt gelegenen Regionen.
(J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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