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Kandelaber

Ident. Nr.: 6263

ObjID: obj:1958465

Details (expert)

Creator/Entity
Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Date(s)
12./13. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 136 x 30 cm
Acquisition
1906 durch die Vermittlung Theodor Wiegands von dem niederländischen Vizekonsul in Smyrna, A. O. van Lennep, erworben.

Object Description

Der hohe Bronzeständer ist aus mehreren unterschiedlichen Elementen zusammengefügt. Drei stilisierte Vögel mit ausgebreiteten Schwingen und zweispitziger Federkrone tragen den halbkugelförmigen, auf der Oberseite radial gefurchten Fuß. Der Schaft ist symmetrisch gestaltet. Über einem Knauf zwischen kurzen Rohrstücken folgt ein durchbrochenes Element aus vier komplex miteinander verknoteten Stäben. Die Mitte bilden zwei konische, gegeneinandergesetzte Tüllen. Darüber wiederholen sich Knotenstäbe und Knauf. Den Abschluss bildet ein Korb in Form eines durchbrochen gearbeiteten Kämpferkapitells. Dieses muss ursprünglich einen Einsatz oder Aufsatz besessen haben, vielleicht einen Kerzenhalter, möglicherweise aber auch eine Schale zum Verbrennen von Weihrauch.
Die verknoteten Stäbe sind ein Motiv, das im oströmischen Reich von den türkischen Seldschuken übernommen wurde, die seit der Schlacht von Mandzikert im Jahr 1071 Anatolien besiedelten. In verschiedenen Sammlungen sind Kerzenleuchter mit dem Knotenmotiv erhalten, die in das 12./13. Jahrhundert datiert werden. In diese Zeit passt auch das Ornament des Kapitellkorbes.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)