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Kopie einer Wandmalerei mit der Einführung der Gottesgebärerin in den Tempel aus dem Latmos-Gebirge

Ident. Nr.: 6784

ObjID: obj:1958490

Details (expert)

Involved
Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Auftraggeber*in
Geographical references
Material / Technique
Aquarellfarben auf Papier
Dimensions
Höhe: 113 cm
Breite: 120 cm
Gewicht: 17,5 kg (mit Rahmen)
Tiefe: 4,5 cm (geschätzt)

Object Description

Das Aquarell wurde im Jahr 1907 auf Betreiben von Theodor Wiegand durch Konrad Boese, Professor an der Berliner Hochschule der Künste, als Kopie im Maßstab 1:1 nach Wandmalereien in der Paulushöhle des Stylosklosters im Latmos angefertigt.
Das Bildfeld weist einen unregelmäßigen Umriss auf, weil sich die Malerei auf den gerundeten Felswänden in einen Zwickel zwischen die übrigen Malereien einpassen musste. Das Thema der Einführung Marias in den Tempel geht auf apokryphe, also nicht offiziell von der Kirche anerkannte biblische Schriften zurück. Auf ein Gelübte Annas, Marias Mutter, hin wird das Mädchen im Alter von drei Jahren in den Tempel zu Jerusalem gebracht, um dort bis zu seiner Eheschließung ein tugendhaftes Leben zu führen, ein Engel bringt ihm dort zu essen (Protoevangelium des Jakobus 7-8, Pseudo-Matthäus-Evangelium 4-6).
In der Darstellung streckt Maria, klein, aber als Hauptperson in die Mittelachse gerückt, ihre Arme dem Hohepriester Zacharias entgegen, der sich zu ihr herabbeugt und sie mit offenen Armen empfängt. Er steht in einem ummauerten Bereich mit goldener Flügeltür, der durch ein Ziborium als Tempel gekennzeichnet wird. Hinter Maria stehen ihre Eltern Anna und Joachim. Ihnen folgt eine Gruppe festlich gekleideter junger Frauen, die Maria mit Kerzen in den Händen zum Tempel geleitet hatten.
In einer zweiten Szene am rechten Bildrand empfängt Maria mit verhüllten Händen die goldene Speise, die ihr ein Engel reicht. Hier wie in der Darstellung der Begrüßung des Zacharias ist das Verhüllen der Hände ein Gestus der Ehrfurcht vor dem Gegenüber bzw. der empfangenen Gabe.

Last updated: 06.02.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kruzifixus

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Das Kruzifix stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Stabkirche von Vang im Valdres-Tal (Oppland, Norwegen), die der Maler Johan Christian Dahl am 18. Januar 1841 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erwerben ließ. Der König wollte die Stabkirche zunächst auf die Pfaueninsel unweit seiner Potsdamer Residenz versetzen. Doch bereits im Winter 1841/42 entschied Friedrich Wilhelm IV., die Kirche nicht als Baudenkmal in Hauptstadtnähe, sondern als Gotteshaus im schlesischen Riesengebirge in Brückenberg (Karpacz Górny) in der Nähe seiner Sommerresidenz Erdmannsdorf (Mysłakowice) wieder aufbauen zu lassen. Von den beweglichen Ausstattungsstücken begleiteten lediglich zwei Leuchter die Kirche nach Schlesien. Es ist unklar, was mit den weiteren Werken aus Norwegen geschah. Sicher ist, dass Friedrich Wilhelm IV. 1845, das Kruzifix als Geschenk an die Kunstkammer überwiesen hat, von wo aus es später in den Besitz des Deutschen Museums überging. Die zeitliche Nähe dieser Schenkung zu der überlieferten Lagerung des Vanger Kruzifixes in Berlin, die Tatsache, dass es sich um königlichen Privatbesitz handelte und die Singularität einer norwegischen Skulptur in den Königlichen Museen lassen keinen anderen sinnvollen Schluss zu, als dass es sich bei Inv. 364 um das Kruzifix aus Vang handelt.Das Kruzifix ist schwer einzuordnen. Sämtliche Details gehören dem 13. Jahrhundert an, sind aber sehr roh und eigentlich kaum verstanden, wie Tuchfalten, Oberkörper und Gesicht demonstrieren. Unter den erhaltenen norwegischen Werken findet sich keines mit einer über Motive hinausgehenden Verwandtschaft. Der erhobene Kopf und die gezackten Locken sind ohne Parallele. Es fragt sich angesichts des ausgeprägten Zickzackverlaufs der Haare und der zeichenhaften Ausbildung des Oberkörpers, ob dem Schnitzer nicht eine Buchmalerei als Vorlage gedient hat, wo gerade diese Elemente besonders ausgeprägt waren. Überhaupt scheint es, als wäre der Bildschnitzer ungeübt im Schnitzen eines Kruzifixus gewesen, hätte aber streng nach einer Vorlage aus dem 13. Jahrhundert gearbeitet. Diese Arbeitsweise spricht jedoch auch gegen die im 19. Jahrhundert übliche Vorgehensweise neugotischer Bildschnitzer. Außerdem muss das Werk deutlich vor 1840 entstanden sein, da es damals keine liturgische Funktion mehr in der Stabkirche hatte. Gemeinsam mit den technologischen Befunden, vor allem zur Fassung (keine älteren Reste unter der heute sichtbaren), und den Erwerbungsumständen bleibt daher nur der Schluss, dass es sich um eine Arbeit der Zeit vor 1800, vielleicht des 18. Jahrhunderts handelt, bei der ein möglicherweise beschädigtes Kruzifix des 13. Jahrhunderts nachgeahmt wurde. Solche Fälle sind im Norwegen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht selten.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

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