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Blaues Promenadenkleid

Ident. Nr.: 2003,KR 274 a-c

ObjID: obj:1970124

Details (expert)

Date(s)
um 1855
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: England
Dimensions
Länge: Schoßjacke VL. 55 cm; RL. 58 cm cm
Länge: Rock VL./RL. 96 cm

Object Description

In elegantem Kontrast kombiniert dieses Promenadenkleid schimmernden blauen Seidentaft mit matten schwarzen Samtpartien. Drei breite Volants zeigen ein à disposition gewebtes abgetrepptes Muster, das in kleinerem Maßstab an den Kanten der Schoßjacke variiert wurde. Um 1855 wurden vorn offene Jäckchen beliebt, deren Schöße optisch den obersten Volant der Röcke bildeten. Die Schöße dieser sehr taillierten Jacke sind an den Seiten und im Rücken geschlitzt. Die Jacke schließt in Taillenhöhe mittels Haken und Ösen. Die langen Ärmel werden nach unten breiter und sind mit gemusterten Manschetten aus Samt besetzt. Das Oberteil ist vollständig mit Seide gefüttert und hat in den Vorderteilen mit Leinenband verstärkte Fischbeinstäbe. Der ungefütterte Rock ist in der Taille in kleinste Falten gelegt. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa