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Weisses zweiteiliges Sommerensemble

Ident. Nr.: 2003,KR 302 a,b

ObjID: obj:1970203

Details (expert)

Date(s)
um 1866
Dimensions
Länge: Oberteil vorn 50 cm
Länge: Oberteil hinten 61 cm
Länge: Rock vorn 110 cm
Länge: Rock hinten 150 cm

Object Description

Das zweiteilige Baumwollkleid kombiniert eine taillierte Schoßjacke mit einem weiten, zur Schleppe verlängerten Rock. Das hochgeschlossene, leinengefütterte Jäckchen hat vorn einen durchgehenden Knopfverschluss und angeschnittene Schöße. Seine eingesetzten Ärmel sind lang und am Saum mit einer breiten Rüschenmanschette mit gebogten und gestickten Kanten verziert. Der vorn fußlange Rock ist ungefüttert und fällt glatt herunter. Seitlich ist er in kleine Falten und im Rücken in breite Quetschfalten gelegt. Die schwarze Stickerei täuscht in Anlehnung an die Rokokomode einen zurückgeschlagenen Manteau vor. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa