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Nachmittagskleid mit Hermelinbesatz

Ident. Nr.: W-1976,52 a,b

ObjID: obj:1971972

Details (expert)

Creator/Entity
Coco Chanel (1883 - 1971)
Date(s)
um 1922
Geographical references
Herstellungsort: Paris
Dimensions
Länge: Kleid, VL./RL. 124 cm

Object Description

Das langärmlige, hochgeschlossene Kleid ist plissiert und durchgehend geschnitten. Im Vorderteil sind in Hüfthöhe drei glatte Volants eingesetzt. Weißer Pelzbesatz am Kragen und an den Manschetten mildert den strengen Charakter des Kleides. Der asymmetrische Schlitzverschluss links unter dem Halsausschnitt gestattet es, das Kleid einfach über den Kopf zu ziehen. Er erinnert an die Kasackform russischer Blusen. Lange, mit silbrigem Lahn durchwebte Ripsbänder, an deren Enden cremefarbene Galalithglöckchen und Seidenfransen hängen, liegen unter dem Kragen und bilden einen schmalen Gürtel in Hüfthöhe. Das obere Band hat zusätzlich kleine gewebte Ornamente in der Art chinesischer Glücksmotive. CW

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa