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Sandalette "Stir my blood"

Ident. Nr.: 2008,135 a,b

ObjID: obj:1972246

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Jan Jansen (seit 1968),
Designer*in
Date(s)
1995
Dimensions
Länge: 25 cm
Höhe: gesamt 27 cm

Object Description

„I live, breath and sleep shoes“, sagte 2007 der in den Niederlanden geborene Schuhdesigner Jan Jansen (* 1941) über sich selbst. Jansen zählt zu den innovativsten Schuhdesignern weltweit. 1963 eröffnete er sein erstes Geschäft in Amsterdam und seither entwirft er Schuhe in neuem, ungewohntem Design: frech, luxuriös, unkonventionell. Da er zu Beginn seiner Laufbahn in Rom die Kunst erlernt hat, Schuhe von Hand selbst herzustellen, bildet die Passform über einem gut konzipierten Leisten die entscheidende Basis für seine extravaganten Entwürfe. Zu seinen größten Erfolgen gehörte in den 1960er Jahren der „Woody“, eine moderne Variante des holländischen Holzschuhs mit einer Lederkappe, und in den 1970er Jahren der „Bambusschuh“, dessen gesamte Konstruktion aus Bambusrohren bestand.
Auch das Modell „Stir My Blood“ steht für Jansens experimentellen Stil. Es präsentiert sich auf einer kräftigen Plateausohle mit stark eingezogenen Absätzen. Dennoch wirkt die skulpturale Konstruktion leicht, denn die Sohle ist an der Spitze nach innen abgeschrägt und der Absatz nach dem Knick schwungvoll nach außen geführt. Das Modell aus verlaufend eingefärbtem Rauhleder hat ein geschlossenes Vorderblatt mit einer abgeschrägten Spitze und eine sehr hoch gezogene Fersenkappe, die in zwei schmalen Schlaufen endet. Sie dienen als Halterung für die seitlich am Schuh fixierten Lederbänder, die sich über dem Rist kreuzen, nach hinten um den Knöchel geführt, durch die Schlaufen gezogen und zu einem dekorativen Knoten gebunden werden. Es gibt eine weitere Version des Schuhs aus blauem, metallisch eingefärbtem Ziegenleder. Auch die abgeschrägte Plateausohle und der skulpturale Absatz wurden um 1995 mehrmals für etwas abweichende Modelle verwendet. CW

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa