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Anbetung der Könige

Ident. Nr.: 1924,28

ObjID: obj:2005472

Details (expert)

Date(s)
2. Drittel 15. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technique
Ton, gebrannt
Dimensions
Durchmesser: 13,5 cm
Durchmesser: 11,7 cm (Darstellung)

Object Description

Bei dem Relief handelt es sich um eine alte Ausformung eines jener Tonmodel, die vor allem der Herstellung von festtäglichem Backwerk dienten, das zu kirchlichen Festen, Hochzeiten oder anderen besonderen Anlässen hergestellt wurde. Aber auch ihre Verwendung für die Anfertigung von Reliefs aus Papiermaché oder zur Glockenzier ist nachgewiesen, so findet sich diese wohl im zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts entstandene Darstellung der Anbetung der Könige noch zwischen 1505 und 1522 auf verschiedenen Glocken des Erfurter Glockengießers Heinrich Ciegeler I. Ursprungsform für die oft in zahlreichen Exemplaren vervielfältigten Backmodel aus gebranntem Ton waren zumeist Patrizen aus Speckstein oder Solnhofener Kalkstein (sog. "Kuchensteine").
Die Darstellung zeigt Maria vor dem offenen Stall kniend, vor ihr liegt der Jesusknabe auf dem strohbedeckten Boden, neben ihr steht der Ziehvater Jospeh. Die Heiligen Drei Könige erscheinen auf der gegenüberliegenden Bildseite. Am oberen Bildrand ist ein schlafender Hirte mit seiner Herde dargestellt, darüber der Stern von Bethlehem und ein Engel mit Spruchband, wohl mit einer Abbreviatur von "gloria in excelsis deo" (Ehre sei Gott in der Höhe, Lk 2,14). LL

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa