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Ident. Nr.: F 2870

ObjID: obj:2006050

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 13. Jahrhundert (oder 2. Hälfte 19. Jahrhundert?)
Abweichende Datierung: 19. Jahrhundert
Material / Technique
Grubenschmelz auf Kupfer, vergoldet
Dimensions
Höhe x Breite: 12,8 x 12 cm

Object Description

Der kleine Kreuzfuss zeigt an seinem dreiseitigen Unterteil auf blauem Grund je eine männliche Halbfigur mit Schild und Keule, deren Unterkörper in ein Rankenornament ausläuft. Der Schaft ist geschuppt, der kugelige Knauf ist leicht gedrückt und die kurze Dornscheide läuft konisch zu.
Es ist zweifelhaft, ob dieses Werk tatsächlich aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt. Der Wiener Sammler Albert Figdor hatte es von dem Aachener Goldschmied Reinhold Vasters (1827-1909) erworben, von dem zahlreiche Arbeiten im Stil mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Goldschmiedekunst bekannt sind. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR