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Monstranz

Ident. Nr.: 1911,72

ObjID: obj:2006112

Details (expert)

Date(s)
2. Viertel 15. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Köln
Material / Technique
Silber, vergoldet; Glaszylinder
Dimensions
Höhe x Breite: 65,6 x 17,5 cm

Object Description

Der Aufbau der Monstranz über einem breit gelappten sechspassigem Fuß mit außergewöhnlich anspruchsvollen vegetabilen Gravierungen wird durch die seitlichen Aufbauten vor allem im unteren Bereich betont in die Breite entwickelt, so dass sich eine spitz aufstrebende Kontur ergibt. Die Lunula, die einst der Aufnahme der im Schaugefäß präsentierten Hostie diente, fehlt.
Die angeblich aus Paderborn stammende Monstranz gehört zu einer Gruppe von ähnlichen Monstranzen in Brauweiler, Bergheim und im Museum für Angewandte Kunst Köln, die wohl alle um 1420/30 in Köln entstanden sind.
Lothar Lambacher

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa