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Einsatz einer Decke oder eines Behanges

Ident. Nr.: 9252 b

ObjID: obj:2007448

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 4./5. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite: 28 x 29 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 32,5 x 35 x 1,5 cm (Rahmenmaß)

Object Description

Das Textilfragment besteht aus einem ungefärbten leinenen Grundgewebe mit einem größeren farbigen Motiv. Es setzt sich zusammen aus einem Kreisfeld, das eine Vase mit Weinlaub umschließt. Das Motiv ist gewirkt; das heißt farbige Schüsse werden nur so weit in die Kette eingetragen wie es die einzelnen Farbpartien erfordern und kehren dann um. Eine große Anzahl von Schüssen wird dicht angeschlagen, um die andersfarbige Kette zu verdecken. Gewirkte Motive können einzeln gewebt und dann aufgenäht werden oder aber wie bei diesem Fragment auf der Kette des Grundgewebes gearbeitet sein, wobei die Kettfäden des Grundgewebes dann gebündelt werden. Da Wolle Farbe besser aufnimmt als Leinen, sind die violetten Partien mit Wollfäden, die hellen Partien mit Leinen gewirkt. Zur feinen Binnenzeichnung der Wirkerei wurde ein zusätzlicher heller Leinenfaden während des Webens diagonal über mehrere Fäden geführt, der sogenannte "fliegende Faden". In dieser Technik wurde hier ein im Rand umlaufendes Flechtband mit Rosetten gearbeitet. An den zwei gegenüberliegenden Seiten des Motives laufen schmale Linien fort, wobei diese hier nur in winzigen Ansätzen erhalten sind. Größere Motive mit solchen Stegen sind meist Eckverzierungen größerer rechteckiger Tücher, die Stege laufen in ein Blattmotiv aus oder bilden die Verbindung zu einem entsprechenden Motiv in der gegenüberliegenden Ecke des Tuches. Ein vollständiges Tuch mit solchen durch Stegen verbundenen Eckmotiven befindet sich z. B. in Genf, Musée d'Art et d'Histoire (Inv. 12717). Ob dieses Tuch als Decke, Behang, Manteltuch oder zu all diesen Zwecken verwendet wurde, ist bisher ungeklärt.

(Petra Linscheid)

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM