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Deckelpokal

Ident. Nr.: W-1962,34

ObjID: obj:2007984

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Gerhardus Hüls,
Goldschmied*in
Date(s)
um 1720
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Köln
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 70 x 19,8 cm

Object Description

Vielleicht einstmals zum Kölner Ratssilber gehörend, ist der Pokal ein spätes Beispiel jener repräsentativen Silbergeräte, die häufig als Huldigungsgeschenke angefertigt wurden und bei festlichen Gelegenheiten die Schaubuffets zierten. Die Gestaltung des Gefäßes wird von drei Silberfiguren beachtlicher künstlerischer Qualität bestimmt: einem knieenden Herkules als Träger der Kuppa und zwei Deckelfiguren, die bisher nicht sicher gedeutet werden konnten. Möglicherweise handelt es sich um Jungfrau und Bauer aus dem Dreigestirn des Kölner Karnevals. Fuß und Wandung zieren Reliefs mit Darstellungen von Kölner Heiligen, am Deckel erscheinen Johannes d.T. und die Apostel Petrus und Bartholomäus.

Last updated: 25.11.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa