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Schale

Ident. Nr.: 26/66

ObjID: obj:2014472

Details (expert)

Date(s)
Mitte 12. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Keramik
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 4,8 x 22,6 cm
Acquisition
Erworben 1966 aus Privatbesitz.

Object Description

Die Schale gehört zu einem Konvolut von in Machart und Dekor zusammengehörigen Gefäßen, die 1966 zusammen aus Privatbesitz erworben wurden. An einigen haftet ein von Meerestieren verursachter Kalküberzug, der die Gefäße als Unterwasserfund, wahrscheinlich aus einem gesunkenen Schiff, kennzeichnet.
Über einem sehr niedrigen Standring entwickelt sich der Boden, der in einem sanften Umbruch in der Wandung ausläuft. Die Randpartie ist in einem scharfen Knick von der Wandung abgesetzt und mündet in einer abgerundeten Lippe. Die Innenseite des Gefäßes ist mit einer Engobe überzogen, worüber eine graugelbe Glasur sitzt, die über den Rand nach außen reicht. Ob die Engobe auch die Außenseite bedeckte, ist aufgrund der Kalkablagerungen nicht zu ermitteln.
Der Dekor auf der Innenseite ist in feinen Ritzlinien, der sogenannten Sgraffito-Technik, ausgeführt. Ein stehender Löwe in Seitenansicht füllt das zentrale Medaillon. An den gedrungenen Körper ist übergangslos der nach hinten gewandte Kopf angesetzt. Kleine Zacken am Hinterkopf und Kiefer stellen die Mähne dar. Aus der abgerundeten Schnauze wächst eine Pik-förmige Ranke. Die vier Beine enden in kräftigen Tatzen, deren einzelne Zehen mit Bögen angedeutet wurden. Der Schwanz mit seinem buschigen Ende ist weit über den Rücken gebogen und füllt den Raum zwischen Körper und Medaillonrand. Der Löwe steht auf einer zweiten, längeren Ranke. Der Hintergrund wird von kleinen Schuppen ausgefüllt. Ein schmales Band mit feiner Schraffur fasst das zentrale Medaillon ein. Darum sind zwei breite Ornamentstreifen gelegt. Der innere enthält Zickzackbänder mit kleinen Kreisen oder Bögen in den Zwickeln und wird von drei Medaillons unterbrochen. Diese zeigen Bäumchen auf dunklem Grund. Der äußere Streifen besteht aus schräger Schraffur.
Ausführliche Lit.: Beate Böhlendorf-Arslan, Spätantike, byzantinische und postbyzantinische Keramik, mit einem Beitrag zur Geschichte der Sammlung von Gabriele Mietke, (Spätantike – frühes Christentum – Byzanz, Kunst im Ersten Jahrtausend, Reihe A: Grundlagen und Monumente, Band 3), Wiesbaden 2013, S. 559-560, Kat. 1353.

Last updated: 24.09.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.